Heutiges Thema ist Der Fall der Berliner Mauer.
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Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im
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Jahr 1945
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war Deutschland komplett zerstört. Die
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Siegermächte USA, Großbritannien,
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Frankreich und die Sowjetunion haben das
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Land in vier Besatzungszonen aufgeteilt.
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Auch die Hauptstadt Berlin war in vier
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Sektoren geteilt. Aber die Ideologien
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der Siegermächte waren sehr
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unterschiedlich. Im Westen wollten die
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USA, England und Frankreich eine
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Demokratie und eine freie
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Marktwirtschaft aufbauen. Im Osten hatte
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die Sowjetunion einen anderen Plan. Sie
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hat ein kommunistisches System
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installiert. Aus dieser Situation sind
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im Jahr 1949
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zwei verschiedene Staaten entstanden.
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Die Bundesrepublik Deutschland, BRD im
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Westen und die Deutsche Demokratische
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Republik DDR im Osten. Das Leben in
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diesen zwei Ländern hat sich sehr
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schnell unterschiedlich entwickelt. In
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der BRD hat das Wirtschaftswunder
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begonnen. Die Geschäfte waren voll, die
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Menschen hatten neue Autos und konnten
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in den Urlaub fahren. In der DDR war der
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Alltag viel schwieriger. Die Wirtschaft
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hat nicht gut funktioniert und es gab
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oft nicht genug Waren in den Läden. Aber
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das größte Problem war die politische
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Unfreiheit. Die Menschen in der DDR
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hatten keine freien Wahlen und durften
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ihre Meinung nicht offen sagen. Die
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Geheimpolizei, die Stasi, hat die Bürger
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überall überwacht und viele Menschen ins
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Gefängnis gesteckt. Besonders schwierig
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war die Situation in Berlin. Westberlin
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war wie eine Insel der Freiheit mitten
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in der kommunistischen DDR. Viele
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Menschen im Osten waren sehr unglücklich
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mit ihrem Leben. Sie hatten keine
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Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
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Deshalb haben Millionen von Menschen die
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DDR verlassen. Sie sind einfach über die
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Grenze nach Westberlin gegangen, weil es
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dort noch keine Mauer gab. Das war für
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die Regierung der DDR eine Katastrophe.
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Vor allem junge und gut ausgebildete
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Leute wie Lehrer, Ärzte und Ingenieure
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sind geflohen. Die DDR hat pro Tag
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tausende Bürger verloren. Die Politiker
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in Ostberlin und Moskau waren sehr
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nervös. Sie haben gesehen, dass ihr Land
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langsam leer wurde. Sie mussten etwas
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tun, um die Flucht zu stoppen. In den
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ersten Jahren hatten sie nur
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Stacheldraht und bewachte Grenzen auf
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dem Land. Aber in Berlin war die Grenze
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noch relativ offen. Die Menschen konnten
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dort noch mit der U-Bahn oder zu Fuß in
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den Westen gelangen. Im Sommer 1961
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war der Druck so groß, dass die Führung
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der DDR einen geheimen und radikalen
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Plan vorbereitet hat. Niemand wußte in
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diesem Moment, daß sich das Leben einer
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ganzen Nation in nur einer Nacht für
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immer verändern würde. Die Welt war im
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kalten Krieg und Berlin war das Zentrum
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dieses gefährlichen Konflikts. Der 13.
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August 1961
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war ein Sonntag und dieser Tag hat die
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Welt schockiert.
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In der Nacht hat die Regierung der DDR
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die Operation Rose gestartet. Über
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10.000 1000 Soldaten und Polizisten sind
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mit Lastwagen und Panzern an die
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Sektorengrenze in Berlin gefahren. Sie
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hatten Tonnen von Stacheldraht und
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Steinblöcken dabei. Während die Berliner
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geschlafen haben, haben die Arbeiter
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angefangen, die Straßen aufzueißen und
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Barrikaden zu bauen. Als die Menschen am
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Morgen aufgewacht sind, konnten sie es
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nicht glauben. Ihre Stadt war über Nacht
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geteilt. An vielen Stellen haben die
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Soldaten den Stacheldraht mitten durch
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Wohnviertel gezogen. Familien, die auf
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verschiedenen Seiten einer Straße
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gewohnt haben, waren plötzlich getrennt.
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Kinder konnten nicht mehr zu ihren
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Großeltern gehen und Arbeiter haben
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ihren Job im anderen Teil der Stadt
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verloren. Die Menschen in Westberlin
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haben fassungslos an der Grenze
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gestanden und zu ihren Verwandten im
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Osten gewunken. Es gab dramatische
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Szenen. Menschen sind aus den Fenstern
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von Häusern gesprungen, die direkt an
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der Grenze standen, um noch schnell in
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den Westen zu gelangen. Nur wenige Tage
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später hat die DDR Regierung damit
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begonnen, diese Fenster mit
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Ziegelsteinen zu schließen. In den
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nächsten Wochen und Monaten hat die DDR
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den Stacheldraht durch eine massive
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Mauer aus Beton ersetzt. Diese Mauer war
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nicht nur eine einfache Wand, sie ist zu
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einem komplexen Grenzsystem geworden. Es
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gab die Hinterlandmauer im Osten, einen
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beleuchteten Kontrollstreifen und
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schließlich die berühmte Außenmauer zum
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Westen hin. Die Soldaten hatten den
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Befehl, jeden Fluchtversuch mit Gewalt
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zu stoppen. Die Propaganda in der DDR
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hat die Mauer den antifaschistischen
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Schutzwall genannt. Sie haben behauptet,
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dass die Mauer den Osten vor Spionen und
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Faschisten aus dem Westen schützen
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sollte, aber in der Realität war es ein
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Gefängnis für die eigenen Bürger. Die
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Reaktion aus dem Westen war zunächst
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verhalten. Die USA und ihre Verbündeten
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waren schockiert, aber sie wollten
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keinen dritten Weltkrieg riskieren. Der
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amerikanische Präsident John F. Kennedy
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hat gesagt: "Eine Mauer ist verdammt
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noch mal besser als ein Krieg." Die
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Berliner waren verzweifelt und fühlten
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sich alleinelassen. Die Mauer war nun
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ein steinwordener Beweis für die Teilung
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der Welt in zwei Blöcke. Sie hat Berlin
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in ein Schaufenster des Kapitalismus und
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eine Festung des Kommunismus verwandelt.
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Niemand hat in diesem Moment gedacht,
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dass dieses hässliche Bauwerk für mehr
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als 28 Jahre das Stadtbild und das
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Schicksal der Menschen bestimmen würde.
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Das Leben in Berlin hat sich nach dem
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Bau der Mauer radikal verändert. Die
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Stadt war nun ein Ort der extremen
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Gegensätze. Auf der westlichen Seite war
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die Mauer eine Leinwand für bunte
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Graffitis und ein Ort, an dem Touristen
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von Plattformen in den Osten geschaut
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haben. Aber auf der östlichen Seite war
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die Mauer eine graue tödliche Realität.
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Die Grenzanlagen sind mit der Zeit immer
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moderner und gefährlicher geworden. Das
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System bestand nicht nur aus einer Wand,
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sondern aus einem breiten Todesstreifen.
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Dort gab es Hundelaufanlagen, Wachtürme
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mit Scheinwerfern und Soldaten, die den
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Schießbefehl hatten. Der Sand auf diesem
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Streifen war immer glatt, damit die
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Grenzer jeden Fußabdruck sofort erkennen
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konnten. Trotz dieser Lebensgefahr haben
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tausende Menschen versucht, aus der DDR
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zu fliehen. Der Freiheitsdrang war
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stärker als die Angst vor dem Tod. Die
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Flüchtlinge haben extrem kreative und
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mutige Pläne geschmiedet. In den ersten
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Jahren sind viele Menschen durch die
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Kanalisation oder durch geheime Tunnel
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unter der Mauer gekrochen. Der berühmte
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Tunnel 57 hat z.B. 57 Menschen die
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Flucht in den Westen ermöglicht. Andere
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haben ihre Autos umgebaut, um Menschen
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in versteckten Räumen über die
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Checkpoints zu schmuggeln. Es hat sogar
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Flüchte mit selbstgebauten
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Heißluftballons oder kleinen U-Booten
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gegeben. Jede erfolgreiche Flucht war
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eine riesige Blamage für die
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DDR-Regierung.
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Aber nicht jede Geschichte hat ein
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glückliches Ende gehabt. Die Welt hat am
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17. August 1962
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den Atem angehalten, als der 18-jährige
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Peter Fechter an der Mauer angeschossen
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wurde. Er ist im Todesstreifen liegen
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geblieben und hat laut um Hilfe
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geschrien. Aber die Soldaten im Osten
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haben ihm nicht geholfen und die
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Polizisten im Westen durften die Grenze
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nicht überschreiten. Nach einer Stunde
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ist er vor den Augen der Weltpresse
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verblutet. Dieses Ereignis hat gezeigt,
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wie grausam das Grenzregime war.
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Insgesamt sind an der Berlinermauer
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mindestens
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Menschen ums Leben gekommen. Für die
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Menschen, die im Osten geblieben sind,
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war der Alltag von der Stasi
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Staatssicherheit geprägt. Die
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Geheimpolizei hatte überall Informanten.
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Man konnte nie sicher sein, ob der
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Nachbar oder der Arbeitskollege ein
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Spitzel war. Wer die Mauer oder das
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System kritisiert hat, hat oft seinen
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Studienplatz oder seinen Job verloren.
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Die DDR-Bürger haben im Fernsehen die
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bunte Welt des Westens gesehen, aber sie
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waren hinter Beton und Stacheldraht
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eingesperrt. Die Mauer war nicht nur
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eine Grenze aus Stein, sondern auch eine
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Mauer im Kopf. Die Sehnsucht nach
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Freiheit ist in diesen Jahren jedoch nie
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verschwunden, sondern sie ist im
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Verborgenen immer weiter gewachsen. Im
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Jahr 1989
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war die Unzufriedenheit in der DDR nicht
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mehr zu stoppen. Die Menschen hatten
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genug von der wirtschaftlichen Krise und
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der ständigen Überwachung durch die
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Stasi. Ein wichtiger Funke für den
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Protest waren die Kommunalwahlen im Mai
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1989.
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Die Bürger wußten, daß die Regierung die
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Ergebnisse gefälscht hatte. Überall im
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Land haben sich kleine Gruppen von
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mutigen Menschen getroffen, oft im
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Schutz der Kirche. Besonders in Leipzig
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ist daraus eine mächtige Bewegung
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entstanden. In der Nikolai Kirche in
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Leipzig gab es schon seit Jahren
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Friedensgebete.
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Aber im September und Oktober 1989
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sind diese Treffen plötzlich riesig
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geworden. Jeden Montag nach dem Gebet
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sind die Menschen auf den Leipziger Ring
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gegangen. In der ersten Zeit waren es
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nur ein paar Tausend, aber die Zahl ist
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jede Woche dramatisch gestiegen. Am 9.
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Oktober 1989
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war der entscheidende Moment. Über
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70.000 Menschen sind durch die Stadt
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marschiert. Sie hatten keine Waffen,
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sondern nur Kerzen in ihren Händen. Ihr
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Ruf war klar und laut: "Wir sind das
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Volk."
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Die Regierung in Ostberlin war
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schockiert. Die Polizei und die Armee
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hatten Panzer und Waffen bereit, um den
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Protest mit Gewalt zu beenden. Es gab
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die Angst vor einer chinesischen Lösung
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wie auf dem Platz des himmlischen
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Friedens. Aber die Menge in Leipzig war
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so friedlich und so groß, daß die
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lokalen Führer den Befehl zum Schießen
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nicht gegeben haben. Die Soldaten sind
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in ihren Kasernen geblieben. Das war ein
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gigantischer Sieg für die Zivilcourage.
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Die Angst, die das Land für Jahrzehnte
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kontrolliert hatte, war an diesem Abend
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plötzlich verschwunden. Die Nachricht
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von diesem Erfolg hat sich wie ein
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Lauffeuer in der ganzen DDR verbreitet.
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In fast jeder Stadt haben die Menschen
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nun demonstriert. Sogar in Ostberlin gab
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es am 4. November eine riesige
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Demonstration mit einer Million Menschen
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am Alexanderplatz. Die Bürger haben
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Reisefreiheit, freie Wahlen und die
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Auflösung der Stasi gefordert. Die alte
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Führung der DDR unter Erich Honneker war
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hilflos. Honneker mußte im Oktober
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zurücktreten und Egon Krenz ist sein
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Nachfolger geworden. Aber das Volk hat
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den neuen Politikern nicht mehr
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geglaubt. Der Druck auf der Straße war
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nun so stark, dass das gesamte System
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der DDR kurz vor dem Kollaps stand. In
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der Mitte der 1980er Jahre war die
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Sowjetunion in einer Tiefenkrise.
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Das alte System hatte keine Energie mehr
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und die Wirtschaft war extrem schwach.
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Im Jahr 1985
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ist ein neuer Mann an die Macht
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gekommen, Michael Gorbatschow. Er war
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jünger und moderner als seine Vorgänger.
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Gorbatchow hat verstanden, dass die
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Sowjetunion nur mit Reformen überleben
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kann. Er hat zwei berühmte Wörter zum
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Programm gemacht. Glasnost, Offenheit
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und Perestreuter, Umbau. Er wollte, dass
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die Menschen offener über Probleme
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sprechen und dass die Wirtschaft
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effizienter wird. Diese neue Politik hat
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auch die Länder in Osteuropa
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beeinflusst. Früher hatte die
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Sowjetunion jeden Protest in der DDR in
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Polen oder in der Tschechislowakei mit
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Panzern gestoppt. Aber Gorbatschow hat
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die Brejnievd Doktrin beendet. Er hat
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den Ländern gesagt, dass sie ihren Weg
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selbst wählen dürfen. Für die Führung
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der DDR unter Erich Honeker war das eine
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Katastrophe. Sie waren harte Kommunisten
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und hatten Angst vor Veränderungen.
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Honer hat sogar behauptet, dass die DDR
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keine Reformen braucht. Er hat die neuen
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Ideen aus Moskau einfach ignoriert und
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sogar sowjetische Zeitschriften
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verboten. Im Oktober 1989
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ist Gorbatschov nach Ostberin gereist,
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um den 40. Geburtstag der DDR zu feiern.
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Die Stimmung in der Stadt war extrem
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angespannt. Während die Regierung eine
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große Militärparade gefeiert hat, haben
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tausende junge Menschen am Straßenrand
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"Gorby, hilf uns" gerufen. Gorbatschow
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hat bei diesem Besuch einen historischen
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Satz zu den DDRPikern gesagt: "Wer zu
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spät kommt, den bestraft das Leben." Er
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hat damit gemeint, dass die Zeit für
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Reformen abläuft. Er hat dem DDR-Rime
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klar gemacht, dass die sowjetischen
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Soldaten in Deutschland nicht gegen die
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Demonstranten kämpfen werden. Ohne den
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Schutz der Sowjetunion war die DDR
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Regierung plötzlich allein. Als Ungarn
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im Sommer 1989 seine Grenze zu
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Österreich geöffnet hat, sind ztausende
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DDR Bürger über diesen Weg in den Westen
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geflohen. Das war wie ein Loch in einem
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Damm. Gorbatschow hat die Grenze nicht
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wieder geschlossen. Er hat den Frieden
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bewahrt und verhindert, dass es zu einem
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großen Blutbart kam. Ohne seinen Mut und
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seine neue Vision wäre der Fall der
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Mauer vielleicht nie so friedlich
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passiert. Gorbatschow ist für viele
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Menschen im Westen ein Held geworden,
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während die alte Garde in Ostberlin
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jeden Tag mehr an Macht verloren hat.
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Die Welt hat gespürt, dass eine Era zu
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Ende geht. Der 9. November 1989
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war eigentlich ein ganz normaler
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Donnerstag, aber er ist als einer der
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wichtigsten Tage in die Weltgeschichte
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eingegangen. Die Regierung der DDR stand
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unter massivem Druck. Millionen Menschen
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hatten das Land bereits über Ungarn oder
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die Tschechoslowakei verlassen und die
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Demonstrationen in den Städten waren
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riesig. Die Führung der DDR wollte
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deshalb ein neues Reisegesetz machen, um
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die Lage zu beruhigen. Sie wollten, dass
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die Bürger mit einem Visum und einem
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Pass ganz offiziell reisen dürfen, aber
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eigentlich sollte dieser Prozess langsam
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und kontrolliert ablaufen. Am frühen
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Abend hat ein Regierungsmitglied namens
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Günther Schabowski eine internationale
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Pressekonferenz gegeben. Er war für die
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Information zuständig, aber er war bei
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den internen Besprechungen am Nachmittag
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nicht dabei gewesen. Pardon, er war
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nicht dabei. Man hat ihm kurz vor der
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Pressekonferenz einen Zettel in die Hand
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gedrückt. Schabowski hat fast eine
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Stunde lang über langweilige politische
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Themen gesprochen. Die Journalisten im
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Saal waren schon müde. Erst ganz am Ende
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um 18:53 Uhr hat er den Zettel
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vorgelesen. Darin stand, dass jeder
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Bürger der DDR ab sofort Privatreisen
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ins Ausland machen darf. Ein
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italienischer Journalist namens Ricardo
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Ermann hat sofort eine entscheidende
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Frage gestellt. Ab wann tritt das in
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Kraft? Schabowski war sichtlich
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verwirrt. Er hat in seinen Papieren
15:07
gesucht, an seiner Brille gerieben und
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schließlich geantwortet: "Das Tritt nach
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meiner Kenntnis ist das sofort
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unverzüglich." Diese drei Wörter sofort
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unverzüglich haben die Welt verändert.
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Eigentlich hatte die Regierung geplant,
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das Gesetz erst am nächsten Morgen zu
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veröffentlichen, damit die Grenzpolizei
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sich vorbereiten konnte. Aber Schabowski
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hatte keine Ahnung von diesem Detail.
15:30
Die Nachricht hat sich wie eine
15:32
Explosion verbreitet. Die
15:33
Nachrichtenagenturen haben sofort
15:35
gemeldet: DDR öffnet Grenzen. In den
15:38
Wohnzimmern in Ost und Westberlin haben
15:40
die Menschen vor dem Fernseher gesessen
15:42
und konnten ihren Ohren nicht trauen. In
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der aktuellen Kamera, der
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Nachrichtensendung der DDR und in den
15:48
westlichen Tagesthemen haben die
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Moderatoren bestätigt, dass die Mauer
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offen sei. In diesem Moment hat eine
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gigantische Kettenreaktion begonnen.
15:57
Tausende Menschen haben ihre Mentel
15:59
angezogen, ihre Autos gestartet oder
16:01
sind einfach zu Fuß zu den
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Grenzübergängen gelaufen. Ein einfaches
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Missverständnis eines Politikers hat das
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Ende eines ganzen Staates eingeleitet.
16:11
Niemand konnte diese Welle jetzt noch
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stoppen. In der Nacht vom 9. auf den 10.
16:16
November 1989
16:18
hat Berlin eine Party gefeiert, die
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niemand jemals vergessen wird. Nach
16:24
Schabowskis Pressekonferenz sind
16:26
tausende Ostberliner zu den
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Grenzübergängen geströmt. Sie standen
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dort vor den geschlossenen Toren und
16:33
haben von den Soldaten die Öffnung
16:34
gefordert. Die Grenzsoldaten waren in
16:37
einer schrecklichen Situation. Sie
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hatten keine Befehle von ihren Chefs
16:41
bekommen. Die Telefone in den
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Ministerien haben ständig geklingelt,
16:45
aber niemand hat eine Entscheidung
16:47
getroffen. Die Offiziere an der Grenze
16:50
hatten Angst. Sie wussten nicht, ob sie
16:52
schießen oder die Tore öffnen sollten.
16:55
Besonders am Grenzübergang Bornholmer
16:57
Straße war die Lage extrem angespannt.
17:00
Dort hatten sich bis 23 Uhr über 20.000
17:04
Menschen versammelt. Die Menge hat immer
17:06
wieder rhythmisch gerufen: "Tor auf, Tor
17:10
auf!" Der Druck war physisch und
17:12
psychisch so groß, dass der
17:14
Oberstleibnant Harald Jäger schließlich
17:16
eine mutige Entscheidung getroffen hat.
17:19
Er hat zu seinen Männern gesagt, wir
17:21
öffnen jetzt. Um 23:30 Uhr ist der erste
17:25
Schlagbaum hochgegangen. Die Menschen
17:27
sind wie eine Lawine nach Westberlin
17:29
gelaufen. Sie haben gelacht, geheult und
17:32
konnten ihr Glück nicht fassen. Auf der
17:35
anderen Seite, im Westen, haben tausende
17:38
Menschen auf ihre Brüder und Schwestern
17:39
aus dem Osten gewartet. Es gab
17:42
unglaubliche Szenen der Menschlichkeit.
17:44
Wild fremde Menschen haben sich in den
17:46
Armen gelegen und gemeinsam geweint.
17:49
Autofahrer in Westberlin haben ihre
17:51
Fenster runtergekurbelt, die Musik laut
17:54
gemacht und mit ihren Hupen ein Konzert
17:56
der Freiheit gespielt. Überall gab es
17:59
Freibier und die Menschen haben Sekt auf
18:01
die Motorhauben der kleinen Trabandautos
18:04
gestellt. Die Trabis waren das Symbol
18:06
des Ostens und jetzt waren sie mitten
18:09
auf dem prachtvollen Kurfürstendamm im
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Westen. Der emotionalste Ort war jedoch
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das Brandenburger Tor. Hunderte junge
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Leute sind auf die dicke Mauer
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geklettert. Sie haben dort oben getanzt
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und sich an den Händen gehalten. Die
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Soldaten der DDR standen direkt daneben,
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aber sie haben nichts mehr gemacht. Die
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Macht der friedlichen Menschenmasse war
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einfach zu groß. In dieser Nacht war
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Berlin die glücklichste Stadt der Welt.
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Die Menschen hatten 28 Jahre lang auf
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diesen Moment gewartet. Ein Reporter im
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Fernsehen hat gesagt: Berlin ist heute
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Nacht der hellste Ort auf der Erde. Es
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war eine Nacht ohne Schlaf, eine Nacht
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der Freiheit, in der die Angst für immer
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verschwunden ist.
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Nach der Euphorie der ersten Nacht hat
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am nächsten Morgen eine neue Phase
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begonnen. Die Berliner wollten nicht
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nur, dass die Grenze offen ist, sie
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wollten, dass dieses hässliche Monster
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aus Beton physisch verschwindet. Überall
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in der Stadt haben die Menschen
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Werkzeuge aus ihren Kellern und Garagen
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geholt. Mit Hammer und Meißel sind sie
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zur Mauer gelaufen. Man hat diese
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Menschen Mauerspechte genannt, weil das
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rhythmische Klopfen an den Beton wie das
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Geräusch von Spechten im Wald klang.
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Überall in Berlin war dieses metallische
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Klick Klick Klick zu hören. Diese
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Mauerspechte waren keine Bauarbeiter,
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sondern ganz normale Bürger. Da waren
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Studenten aus Westberlin, Familien aus
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dem Osten und Touristen aus der ganzen
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Welt. Sie haben kleine Stücke aus der
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Mauer geschlagen, um sie als Souvenir
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mit nach Hause zu nehmen. Jedes Stück
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Beton war ein Beweis dafür, dass die
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Teilung der Welt beendet war. Die
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Menschen haben diese Steine oft bunt
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bemalt oder sie einfach so behalten, wie
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sie waren. Grau und hässlich. Einige
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Leute haben sogar angefangen, kleine
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Mauerstücke auf der Straße zu verkaufen.
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Es war der Moment, in dem die Geschichte
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zu einem Souvenir wurde. An vielen
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Stellen haben die Menschen sogar große
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Löcher in die Mauer geschlagen. Die
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Grenzsoldaten der DDR standen zuerst
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noch ratlos daneben. Sie hatten keine
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Befehle, wie sie mit den Spechten
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umgehen sollten. Manchmal haben sie
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versucht, die Menschen mit Wasserwerfern
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zu stoppen, aber das Volk hat einfach
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weitergemacht. Es war ein symbolischer
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Akt der Zerstörung. Die Menschen haben
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die Mauer buchstäblich Stein für Stein
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vernichtet. An einigen Orten haben Kräne
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später große Betonsegmente
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herausgehoben, um neue Übergänge zu
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schaffen. Wenn ein großes Stück gefallen
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ist, haben die Menschen laut gejubelt
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und geklatscht. Das Bild der
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Mauerspechte ist weltweit zum Symbol für
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den Sieg der Freiheit über die
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Unterdrückung geworden. Es war eine
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kollektive Therapie für eine Stadt, die
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fast 30 Jahre lang durch diesen Beton
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verletzt worden war. Die Mauer, die
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früher unbesiegbar schien, war jetzt nur
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noch ein bröckelndes Relikt der
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Vergangenheit. In diesen Tagen haben die
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Berliner ihre Stadt Stück für Stück
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wieder zurückerobert. Das Gefühl der
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Ohnmacht war weg und an seine Stelle war
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ein unglaublicher Tatenrang getreten.
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Die Mauer war zwar physisch noch an
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vielen Stellen da, aber in den Köpfen
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der Menschen war sie bereits komplett
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eingestürzt. Nach dem Fall der Mauer im
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November 198
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war die Euphorie grenzenlos, aber die
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politische Situation war extrem
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kompliziert. Die Menschen in der DDR
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hatten nun ein neues Motto. Zuerst haben
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sie "Wir sind das Volk" gerufen, aber
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nun ist der Ruf zu Wir sind ein Volk
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geworden. Das Ziel war klar: Die
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Deutschen wollten nicht mehr in zwei
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verschiedenen Staaten leben. Sie wollten
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die Einheit. Aber auf dem Weg dorthin
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gab es viele bürokratische,
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wirtschaftliche und internationale
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Hindernisse. In der DDR hat sich die
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politische Landschaft in Rekordzeit
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verändert. Im März 1990 hat es die
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ersten freien Wahlen in der Geschichte
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der DDR gegeben. Die Menschen haben mit
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großer Mehrheit für Parteien gestimmt,
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die eine schnelle Vereinigung mit der
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Bundesrepublik Deutschland wollten. L de
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Mesier ist der letzte Ministerpräsident
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der DDR geworden. In Bonn hat
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Bundeskanzler Helmut Kohl das Schicksal
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in die Hand genommen. Er hat einen zehn
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Punkteplan vorgestellt, um die beiden
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Länder Schritt für Schritt
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zusammenzuführen.
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Er hat den Menschen in der DDR blühende
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Landschaften versprochen, was ihnen viel
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Hoffnung gegeben hat. Ein sehr wichtiger
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Schritt war die Wirtschafts, Währungs
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und Sozialunion am 1. Juli 1990.
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An diesem Tag ist die DMK, die
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westdeutsche Währung, in den Osten
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gekommen. Die Menschen in der DDR haben
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stundenlang vor den Banken gewartet, um
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ihr altes Geld umzutauschen. Plötzlich
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konnten die sich die gleichen Produkte
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kaufen wie die Menschen im Westen. Es
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war ein Moment großer Freude, aber für
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viele Betriebe in der DLDR war es auch
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der Anfang vom Ende. Sie waren nicht
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wettbewerbsfähig und mussten schließen,
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was zu hoher Arbeitslosigkeit geführt
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hat. Auch international mußte viel
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passiert sein. Deutschland war kein
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souveräner Staat. Die Siegermächte des
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Zweiten Weltkriegs hatten immer noch das
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letzte Wort. In den 2 +4 Gesprächen
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haben die beiden deutschen Staaten mit
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den USA, der Sowjetunion, Frankreich und
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Großbritannien verhandelt. Es war ein
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diplomatischer Marathon. Helmut Kohl ist
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nach Russland gereist, um Michael
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Gorbatschow zu treffen. Dort hat er die
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Zustimmung der Sowjetunion für ein
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vereintes Deutschland in der NATO
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bekommen. Das war ein riesiger Erfolg.
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Auch die Nachbarländer wie Polen
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brauchten Garantien, dass ihre Grenzen
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sicher blieben. Am Ende ist alles sehr
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schnell gegangen. Am 23. August 1990 hat
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die Volkskammer der DDR den Beitritt zur
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Bundesrepublik Deutschland beschlossen.
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Der Einigungsvertrag wurde
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unterschrieben. Schließlich in der Nacht
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zum 3. Oktober 1990 war es soweit. Vor
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dem Reichstagsgebäude in Berlin haben
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hunderttausende Menschen gefeiert. Die
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schwarz-rot goldene Flagge ist
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hochgezogen worden und die Menschen
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haben gemeinsam die Nationalhymne
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gesungen. Genau um Mitternacht ist die
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DDR offiziell verschwunden. Deutschland
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war nach 45 Jahren der Teilung endlich
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wieder ein einziges souveränes Land. Es
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war der glücklichste Tag in der modernen
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deutschen Geschichte, auch wenn die
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Menschen wußten, daß die wirkliche
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Arbeit, das Zusammenwachsen von Ost und
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West, gerade erst begonnen hatte. Heute,
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mehr als drei Jahrzehnte nach dem Fall
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der Mauer ist Berlin eine völlig andere
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Stadt geworden. Wenn man heute durch die
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Hauptstadt spaziert, ist es oft
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schwierig zu erkennen, wo die Grenze
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früher eigentlich war. Die Stadt hat die
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Wunden der Teilung fast überall geheilt.
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Wo früher der graue Todesstreifen die
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Menschen getrennt hat, sind moderne
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Gebäude, grüne Parks und belebte Plätze
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entstanden. Der Potzdammer Platz, der
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früher eine leere Brachfläche im
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Niemandsland war, ist heute ein Zentrum
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mit Kinos, Hotels und Bürotürmen. Berlin
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hat seine Mitte zurückgewonnen,
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aber die Stadt hat ihre Geschichte nicht
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vergessen. An einigen Orten haben die
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Berliner Teile der Mauer als Mahnm
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stehen lassen. Das berühmteste Beispiel
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ist die Eastide Gallery an der Spray.
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Dort haben Künstler aus der ganzen Welt
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die Mauer mit bunten Bildern bemalt. Das
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berühmteste Motiv ist der Bruderkuss
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zwischen Brejniev und Honek. Ein anderer
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wichtiger Ort ist die Gedenkstätte
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Berliner Mauer in der Bernauerstraße.
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Dort kann man noch heute ein Stück der
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originalen Grenzanlage sehen, inklusive
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Wachturm und Todesstreifen. Es ist ein
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stiller Ort, der uns lehrt, wie wertvoll
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die Freiheit ist. Berlin ist heute das
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Herz eines vereinten Deutschlands und
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eine der attraktivsten Metropolen der
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Welt. Die Stadt hat sich zu einem
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Magneten für junge Leute, Künstler und
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Startupunternehmer entwickelt. Die
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Mischung aus der Geschichte des Ostens
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und der Moderne des Westens macht die
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Stadt einzigartig.
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Menschen aus überzichtig Nationen leben
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hier friedlich zusammen. In den Bezirken
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wie Prinzlauer Berg oder Friedrichshein,
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die früher im Osten waren, sieht man
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heute ein internationales Flir. Berlin
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ist ein Symbol für Toleranz und
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Weltoffenheit geworden. Natürlich gibt
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es auch heute noch Herausforderungen.
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Das Zusammenwachsen in den Köpfen der
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Menschen hat länger gedauert als der
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Abriss der Steine. Man spricht manchmal
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noch von der Mauer in den Köpfen, weil
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die wirtschaftlichen Unterschiede
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zwischen Ost und West nicht komplett
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verschwunden sind. Aber die junge
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Generation, die nach 1989 geboren ist,
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kennt diese Grenzen nicht mehr. Für sie
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ist Berlin eine einzige freie Stadt. Sie
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können ohne Passkontrolle von Neuköln
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nach Kreuzberg oder von Mitte nach
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Schalottenburg fahren. Das Erbe des 9.
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November 1989
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bleibt eine Inspiration für die ganze
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Welt. Es hat gezeigt, dass eine
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friedliche Revolution möglich ist und
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dass kein Beton für die Ewigkeit gebaut
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ist. Berlin erinnert uns jeden Tag
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daran, dass Mauern fallen können, wenn
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die Menschen mutig genug sind für ihre
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Freiheit auf die Straße zu gehen. Die
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Stadt ist heute kein Symbol der Trennung
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mehr, sondern eine Brücke zwischen Ost
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und West. Wenn man heute am
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Brandenburger Tor steht, sieht man keine
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Soldaten mehr, sondern lachende
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Touristen und freie Bürger. Die
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Geschichte von Berlin ist am Ende eine
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Geschichte der Hoffnung geworden, die
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uns sagt, die Freiheit hat das letzte
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Wort gehabt.

