Heutiges Thema ist Die Industrielle Revolution.
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0:02
Die industrielle Revolution hat in der
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Mitte des 18. Jahrhunderts in England
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begonnen. Aber warum genau dort und
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nicht in Frankreich oder Deutschland? Es
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gab mehrere wichtige Gründe, die England
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zum perfekten Startpunkt für diese
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globale Veränderung gemacht haben.
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Zuerst war die Geografie ein großer
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Vorteil. England ist eine Insel und
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hatte viele natürliche Ressourcen wie
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Kohle und Eisenerz direkt unter der
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Erde. Kohle war besonders wichtig. weil
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sie die Energie für die neuen Maschinen
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geliefert hat. Ein zweiter Grund war die
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Landwirtschaft. Vor der Industrie hat
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eine Agrarrevolution stattgefunden. Die
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Bauern haben neue Methoden benutzt, um
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mehr Essen zu produzieren. Dadurch gab
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es genug Nahrung für eine wachsende
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Bevölkerung. Da weniger Menschen auf den
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Feldern arbeiten mußten, sind viele
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junge Leute in die Städte gezogen, um in
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den neuen Fabriken Arbeit zu suchen.
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Diese Menschen waren die ersten
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Industriearbeiter.
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Außerdem war England damals die größte
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Handelsmacht der Welt. Das Land hatte
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viele Kolonien in Amerika, Indien und
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Afrika. Aus diesen Kolonien hat England
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billige Rohstoffe wie Baumwolle
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bekommen. Die fertigen Produkte aus den
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Fabriken hat England dann wieder in die
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ganze Welt verkauft. Das hat sehr viel
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Geld. Kapital in das Land gebracht. Die
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reichen Kaufleute und Adligen haben
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dieses Geld in neue Erfindungen und
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Fabriken investiert. Schließlich gab es
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in England ein stabiles politisches
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System und eine starke Flotte. Die
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Regierung hat den Handel unterstützt und
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Patente für Erfinder geschützt. Das hat
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die Menschen dazu motiviert, neue Dinge
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zu erfinden. Man kann sagen, in England
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kamen Kohle, Kapital, Kolonien und kluge
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Köpfe zusammen. Diese Mischung war der
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Funke, der das Feuer der Industrie
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entzündet hat. Ohne diese speziellen
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Bedingungen in England hätte die moderne
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Welt vielleicht ganz anders ausgesehen.
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Die Dampfmaschine war die wichtigste
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Erfindung der gesamten industriellen
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Revolution. Ohne sie hätte es keine
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Fabriken, keine Eisenbahnen und keine
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moderne Industrie gegeben. Vor dieser
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Erfindung mussten die Menschen die Kraft
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der Natur nutzen. Sie haben Windmühlen
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für Getreide oder Wasserräder an Flüssen
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gebaut. Aber diese Energie war
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unzuverlässig. Wenn kein Wind wehte oder
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ein Fluss im Sommer zu wenig Wasser
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hatte, standen alle Maschinen still. Die
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Menschen brauchten eine Kraft, die man
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überall und zu jeder Zeit benutzen
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konnte. James Watt hat die Dampfmaschine
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im Jahr 1769
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nicht komplett neu erfunden, aber er hat
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sie entscheidend verbessert. Es gab
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schon vorher einfache Maschinen von
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Thomas Newcomon, aber diese waren sehr
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schwach und haben viel zu viel Kohle
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verbraucht. Wat hat einen separaten
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Kondensator eingebaut. Das war ein
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genialer Trick. Dadurch blieb der
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Zylinder der Maschine immer heiß und man
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hatte viel mehr Power bei weniger
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Brennstoff. Später hat er die Maschine
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so umgebaut, dass sie nicht nur Pumpen,
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sondern auch Räder drehen konnte. Das
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war der Moment, in dem die Industrie
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wirklich geboren ist. Plötzlich konnten
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die Unternehmer ihre Fabriken überall
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bauen. Man war nicht mehr an einen Fluss
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gebunden. Die Dampfmaschine hat
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angefangen, hunderte von Webstühlen oder
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Spinnmaschinen gleichzeitig anzutreiben.
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In den Bergwerken hat sie das Wasser aus
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den tiefen Schächten gepumpt, damit die
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Arbeiter noch tiefer nach Kohle graben
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konnten. Die Maschine wurde zum Symbol
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der neuen Zeit. Sie war laut, sie
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rauchte, aber sie hat unermüdlich
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gearbeitet. Ein einziger Dampfmotor
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konnte die Arbeit von hunderten Pferden
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oder tausenden Menschen erledigen. Die
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Dampfmaschine hat auch das Zeitgefühl
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der Menschen verändert. Früher bestimmte
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die Sonne oder das Wetter den Rhythmus
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der Arbeit. Mit der Maschine gab es
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einen festen Takt. Die Fabriken liefen
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Tag und Nacht. James Watt ist durch
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seine Erfindung sehr berühmt und reich
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geworden. Zu seiner Ehre nutzen wir
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heute noch seinen Namen Watt als Einheit
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für elektrische Leistung. Die
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Dampfmaschine war der erste Schritt in
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eine Welt, in der Maschinen die schwere
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Arbeit für uns machen. Sie hat den Weg
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freigemacht für Schiffe ohne Segel und
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Wagen ohne Pferde. Die Textilindustrie
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war der erste Wirtschaftszweig, der
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durch die industrielle Revolution
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komplett verändert wurde. Vor dem Jahr
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1760 haben die Menschen fast alle
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Kleider zu Hause gemacht. Das war ein
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sehr langsamer Prozess. Frauen haben am
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Spinnrad Wolle oder Baumwolle zu Pferden
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gesponnen und danach an einem
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Handwebstuhl Stoffe die webt. Ein Weber
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brauchte die Garnproduktion von etwa
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zehn Spinnerinnen, um seine Arbeit zu
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machen. Das war ein großes Problem, weil
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die Nachfrage nach Kleidung in England
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schnell gewachsen ist. Dann kamen die
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Erfinder und haben alles beschleunigt.
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Im Jahr 1764 hat James Hgrieves die
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Spinning Jenny erfunden. Diese Maschine
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konnte nicht nur einen Faden, sondern
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acht Fäden gleichzeitig spinnen. Später
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wurden die Maschinen noch größer und
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hatten hunderte von Spindeln. Aber diese
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großen Maschinen passten nicht mehr in
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die kleinen Häuser der Arbeiter. Deshalb
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haben reiche Unternehmer die ersten
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Fabriken gebaut. Sie haben viele
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Maschinen in ein großes Gebäude gestellt
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und sie zuerst mit Wasserkraft und
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später mit der Dampfmaschine von James
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Watt angetrieben. Ein weiterer
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Durchbruch war der mechanische Webstuhl
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von Edmund Cardright. Diese Maschine war
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so schnell, dass sie die Arbeit von
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vielen Handwebern gleichzeitig gemacht
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hat. Die Produktion von Stoffen ist
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dadurch explodiert. Während ein
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Handweber früher Wochen für ein Stück
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Stoff brauchte, hat die Fabrik das nun
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in wenigen Stunden geschafft. Baumwolle
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wurde zum wichtigsten Rohstoff. England
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hat riesige Mengen Baumwolle aus seinen
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Kolonien importiert, sie in Städten wie
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Manchester verarbeitet und die fertigen
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Textilien wieder in die ganze Welt
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verkauft. Die Folgen für die Menschen
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waren zweigeteilt. Einerseits ist
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Kleidung viel billiger geworden, sodass
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auch einfache Leute sich mehr als nur
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ein Hemd leisten konnten. Andererseits
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haben viele Handweber ihre Arbeit
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verloren, weil sie gegen die billigen
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Maschinen keine Chance hatten. Die
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Fabriken waren laut, staubig und
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gefährlich. Die Arbeiter mussten sich an
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den Tack der Maschinen anpassen.
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Manchester bekam in dieser Zeit den
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Spitznamen Cotonopolis, weil es dort so
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viele Baumwollfabriken gab. Die
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Textilindustrie hat gezeigt, wie die
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Maschine den Menschen als Produzenten
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ersetzt hat. Ohne die Entwicklung von
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hochwertigem Eisen und Stahl hätte die
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industrielle Revolution niemals ihr
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volles Potenzial erreicht. Wenn die
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Dampfmaschine das Herz der Industrie
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war, dann war Eisen ihr Knochengerüst.
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Vor dem 18. Jahrhundert war die
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Herstellung von Eisen extrem teuer und
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schwierig. Die Schmiede haben Holzkohle
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benutzt, um das Eisenerz schmelzen. Aber
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Holzkohle wurde in England knapp, weil
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man fast alle Wälder für den Schiffsbau
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und zum Heizen abgeholzt hatte. Die
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Industrie brauchte dringend einen neuen
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Brennstoff und eine schnellere Methode.
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Der große Durchbruch kam von Abraham
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Darby im Jahr 1709.
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Er hat entdeckt, dass man Steinkohle zu
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Koks verarbeiten kann. Koks brennt viel
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heißer und länger als normales Holz. Mit
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dieser Entdeckung konnten die
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Eisenhütten nun riesige Mengen an
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flüssigem Eisen produzieren. Später hat
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Henry Cord das Puddelverfahren erfunden.
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Mit dieser Technik konnten die Arbeiter
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das Eisen rühren, um Verunreinigungen zu
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entfernen. Das Ergebnis war
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Schmiedeeisen, das viel stärker und
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flexibler war als das alte Gusseisen.
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Plötzlich gab es überall Eisen. Man hat
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es für die Zylinder der Dampfmaschinen,
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für die Schienen der Bergwerke und sogar
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für Brücken benutzt. Die Iron Bridge in
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Schropshire war die erste Brücke der
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Welt, die komplett aus Eisen gebaut
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wurde. Sie zeigte allen Menschen, dass
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dieses neue Material viel stärker als
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Stein oder Holz war. Aber Eisen hatte
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ein Problem. Es war oft Spröde und
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konnte bei zu viel Druck brechen. Die
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Ingenieure träumten von einem Material,
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das noch härter und elastischer war.
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Stahl. Im Jahr 1856
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hat Henry Bessemer die Lösung gefunden.
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Mit dem Bessem Converter konnte man
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durch das Einblasen von Luft in das
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flüssige Eisen den Kohlenstoffgehalt
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senken. Dieser Prozess hat die
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Stahlproduktion revolutioniert. Aus
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einem teuren Luxusmaterial wurde ein
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Massenprodukt. Stahl war perfekt für die
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gigantischen Fabriken, für die Rümpfe
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von riesigen Dampfschiffen und später
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für die ersten Wolkenkratzer. Die
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Regionen um Städte wie Sheffield oder
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Birmingham sind zu den Black Countries
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geworden, weil der Rauch der Schmelzöfen
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den Himmel schwarz gefärbt hat. Eisen
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und Stahl haben die Welt physisch
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verändert und die Basis für die moderne
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Architektur und Technik gelegt. Die
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Eisenbahn war die spektakulärste und
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sichtbarste technologische Revolution
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des 19. Jahrhunderts. Bevor die Schienen
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die Kontinente eroberten, war der
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Transport von schweren Gütern wie Kohle
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oder Eisen extrem schwierig und teuer.
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Man hatte Pferdewagen auf schlechten
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Straßen oder langsame Kanäle benutzt, um
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Rohstoffe zu den Fabriken zu bringen.
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Doch die Kaff der Dampfmaschine wollte
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nicht länger nur in den Fabrikhallen
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bleiben. Ingenieure in England hatten
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die Vision, die Dampfmaschine auf Räder
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zu setzen und sie auf festen Schienen
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aus Eisen fahren zu lassen. Der
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entscheidende Durchbruch kam von George
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Stevenson. Im Jahr 1829 hat er mit
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seiner Lokomotive The Rocket das
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berühmte Rennen von Rainhill gewonnen.
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Seine Maschine war schneller und
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zuverlässiger als alle anderen. Nur ein
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Jahr später hat die erste öffentliche
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Eisenbahnstrecke zwischen den
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Industriestädten Liverpool und
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Manchester den Betrieb aufgenommen. Das
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war eine Weltsensation. Die Menschen
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hatten so etwas noch nie gesehen. Ein
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Ungeheuer aus Eisen, das Feuer spuckte
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und tonnenschwere Lasten mit einer
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Geschwindigkeit von 45 km pro Stunde
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zog. Viele Menschen hatten anfangs Angst
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und glaubten, dass die hohe
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Geschwindigkeit für den menschlichen
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Körper schädlich sei. Doch der Erfolg
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der Eisenbahn war nicht zu stoppen. In
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ganz England und bald auch in Europa und
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den USA hat ein Eisenbahnfieber
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begonnen. Tausende von Kilometern
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Schienen wurden durch Berge gebohrt und
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über Täl gebaut. Die Eisenbahn hat die
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Wirtschaft fundamental verändert. Kohle
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wurde überall billig verfügbar, was das
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Wachstum der Fabriken noch mehr
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beschleunigt hat. Bauern konnten ihre
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frische Milch und ihr Gemüse nun in weit
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entfernte Großstädte schicken, ohne dass
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die Ware verdarb. Die Eisenbahn war das
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erste Massentransportmittel, das die
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Welt wirklich vernetzt hat. Besonders
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faszinierend war die soziale
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Veränderung. Zum ersten Mal in der
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Geschichte konnten auch einfache
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Menschen weite Strecken reisen. Die
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Zeitreise zwischen London und Edinburg
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sank von mehreren Tagen auf wenige
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Stunden. Die Zeitungen berichteten, dass
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die Eisenbahn den Raum und die Zeit
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vernichtet hätte. Es entstand eine
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völlig neue Infrastruktur, prächtige
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Bahnhöfe, die wie Kathedralen der
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Industrie aussahen, Hotels für Reisende
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und sogar die Standardisierung der
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Uhrzeit. Früher hatte jede Stadt ihre
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eigene Sonnenzeit, aber für die
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Fahrpläne der Züge brauchte man eine
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einheitliche Eisenbahnzeit.
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Die Eisenbahn hat die Welt kleiner
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gebracht und den Takt des modernen
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Lebens festgelegt. Die industrielle
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Revolution hat eine der größten
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Völterwanderungen der menschlichen
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Geschichte ausgelöst. Innerhalb weniger
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Jahrzehnte hat sich das Gesicht Europas
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komplett verändert. Vor dem Jahr
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lebten über 80% der Menschen auf dem
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Land und arbeiteten in der
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Landwirtschaft. Doch mit der Erfindung
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der Maschinen auf den Feldern wurden
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viele Bauern arbeitslos. Gleichzeitig
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brauchten die neuen Fabriken in den
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Städten tausende von kräftigen Händen.
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Dieser Prozess, den man Urbanisierung
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nennt, hat die alten Dorfstrukturen
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zerstört und gigantische Metropolen aus
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dem Boden gestampft. Städte wie
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Manchester, Birmingham oder Essen sind
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in einem unglaublichen Tempo gewachsen.
12:21
Manchester z.B. hatte im Jahr 1717 nur
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etwa 10.000 Einwohner, aber im Jahr 1851
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waren es bereits 300.000.
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Die Infrastruktur der Städte war auf
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diesen Massenansturm überhaupt nicht
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vorbereitet. Es gab keinen Plan für den
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Wohnungsbau, keine Kanalisation und kein
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sauberes Trinkwasser. Die Fabrikbesitzer
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haben billige enge Mietskasernen bauen
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lassen, um so viele Arbeiter wie möglich
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auf kleinstem Raum unterzubringen. Oft
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hat eine ganze Familie in nur einem
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einzigen dunklen und feuchten Zimmer
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gelebt. Die hygienischen Zustände in
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diesen neuen Industrievierteln waren
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katastrophal. Da es keine Toiletten mit
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Wasserspülung gab, haben die Menschen
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ihren Abfall einfach auf die Straße oder
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in die nahen Flüsse geworfen. Diese
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Flüsse waren gleichzeitig die Quelle für
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das Trinkwasser. Die Folge waren
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schreckliche Epidemien wie Cholara und
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Tyfus, die tausende von Menschen getötet
13:19
haben. Die Luft in den Städten war durch
13:22
den ewigen Rauch der Fabrikschlote
13:24
schwarz und giftig. Man konnte die Sonne
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oft tagelang nicht sehen und der Ruß hat
13:29
sich wie ein dunkler Teppich über alles
13:31
gelegt. Trotz dieser schrecklichen
13:33
Bedingungen sind immer mehr Menschen in
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die Städte geströmt. Sie hatten die
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Hoffnung auf ein regelmäßiges Einkommen
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und ein besseres Leben weg von der
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harten und oft hungrigen Existenz auf
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dem Land. In der Stadt gab es Geschäfte,
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Kneipen und die ersten Formen von
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Massenunterhaltung,
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aber der Preis für diesen Fortschritt
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war hoch. Die Anonymität der Großstadt
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hat die alten sozialen Bindungen der
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Dorfgemeinschaft ersetzt. Die Stadt
14:00
wurde zu einem Ort der extremen
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Kontraste. Auf der einen Seite
14:04
prachtvolle Willen der reichen
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Industriellen und auf der anderen Seite
14:08
das tiefe Elend der Arbeiterviertel.
14:11
Diese soziale Spaltung sollte die
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Politik der nächsten 100 Jahre massiv
14:15
prägen.
14:16
Das tägliche Leben der Arbeiter in den
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Fabriken der industriellen Revolution
14:21
war eine radikale Umstellung zum
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bisherigen menschlichen Dasein. Während
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die Bauern auf dem Land nach dem
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Rhythmus der Sonne und der Jahreszeiten
14:29
gearbeitet hatten, bestimmte in der
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Fabrik allein die Maschine den Takt. Die
14:34
Arbeiter waren keine Handwerker mehr,
14:36
die ein ganzes Produkt herstellten,
14:39
sondern sie wurden zu kleinen Rädchen in
14:41
einem riesigen mechanischen System.
14:44
Diese neue Art der Arbeit hat die
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Menschen physisch und psychisch an ihre
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Grenzen gebracht. Ein typischer
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Arbeitstag begann oft schon um 5 Uhr
14:52
morgens und endete erst nach 14 oder 16
14:55
Stunden harter körperlicher Arbeit. Es
14:58
gab keine Gewerkschaften, keine
15:00
Pausenregelungen und keine sozialen
15:02
Absicherungen. Die Fabrikbesitzer hatten
15:04
eine absolute Macht über ihre
15:06
Angestellten. Wer zu spät kam, musste
15:09
hohe Geldstrafen zahlen und wer krank
15:11
war, verlor sofort seinen Job. Die
15:13
Fabrikhallen waren laut, stickig und oft
15:16
lebensgefährlich. Überall drehten sich
15:18
offene Zahnräder und
15:20
Transmissionsriemen, die keine
15:21
Schutzvorrichtungen hatten. Schwere
15:24
Unfälle, bei denen Arbeiter Gliedmaßen
15:26
verloren oder sogar starben, waren
15:28
trauriger Alltag. Besonders belastend
15:31
war die Monotonie. Ein Arbeiter musste
15:33
den ganzen Tag lang nur einen Handgriff
15:36
wiederholen, z.B. einen Hebel drücken
15:38
oder einen Faden anknoten. Diese Arbeit
15:41
war geistig ermüdend und hat die
15:43
Menschen stumpf gemacht. Der Lärm der
15:45
Dampfmaschinen war so ohrenbetäubend,
15:48
daß eine Unterhaltung fast unmöglich
15:49
war. Die Luft war voller Staub, Öl und
15:52
Fasern, was bei vielen Arbeitern zu
15:54
schweren Lungenkrankheiten geführt hat.
15:57
In den Textilfabriken herrschte zudem
16:00
eine extreme Hitze und Feuchtigkeit,
16:02
damit die Fäden nicht rissen. Trotz
16:04
dieser Qualen hatten die Menschen keine
16:06
Wahl. In den Städten gab es ein riesiges
16:08
Angebot an Arbeitskräften und wer sich
16:11
beschwerte, wurde sofort durch einen
16:13
anderen Verzweifelten ersetzt. Die
16:15
Fabrikbesitzer betrachteten ihre
16:17
Arbeiter oft nur als Human Capital, als
16:20
billiges Material, das man nutzen und
16:22
wegwerfen konnte. Diese totale
16:24
Unterordnung unter den Takt der Stechuhr
16:26
hat das soziale Gefüge der Familien
16:28
zerstört, da oft alle Familienmitglieder
16:31
in verschiedenen Schichten arbeiten
16:32
mussten. Die Fabrik war ein Ort der
16:35
Produktion, aber für die Seele der
16:37
Menschen war sie ein Gefängnis aus Eisen
16:39
und Dampf. Eines der dunkelsten und
16:42
schmerzhaftesten Kapitel der
16:44
industriellen Revolution war die
16:46
systematische Ausnutzung von Kindern als
16:49
billige Arbeitskräfte. Da die Löhne der
16:52
Väter in den Fabriken oft nicht
16:53
ausreichten, um eine ganze Familie zu
16:55
ernähren, mussten bereits Kinder im
16:58
Alter von fünf oder sech Jahren zum
17:00
Familieneinkommen beitragen. Die
17:02
Fabrikbesitzer bevorzugten Kinder, weil
17:05
sie ihnen nur einen Bruchteil des Lohns
17:06
eines Erwachsenen zahlten und weil sie
17:08
gehorsamer waren. Diese Kinder haben
17:11
ihre gesamte Kindheit in den dunklen
17:13
Hallen der Industrie verloren, ohne
17:15
jemals eine Schule besucht zu haben. In
17:18
den Textilfabriken hatten Kinder eine
17:20
besonders gefährliche Aufgabe. Sie waren
17:23
sogenannte Pace oder Scavengers. Da sie
17:26
klein und flink waren, mussten sie unter
17:28
die laufenden Maschinen kriechen, um
17:30
Baumwollabfälle aufzusammeln oder
17:32
gerissene Fäden wieder zusammenzuknoten.
17:35
Die Maschinen wurden dabei oft nicht
17:37
angehalten, was zu schrecklichen
17:39
Unfällen führte. Viele Kinder haben
17:41
Finger oder ganze Hände in den
17:43
Zahnrädern verloren. Wenn sie vor
17:45
Müdigkeit einschliefen, wurden sie von
17:47
den Aufsehern mit Schlägen bestraft, um
17:49
sie wach zu halten. Die Luft in diesen
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Räumen war so voller Staub, dass viele
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Kinder schon mit 10 Jahren an schweren
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Lungenkrankheiten litten. Noch schlimmer
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war die Situation in den
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Kohlebergwerken. Dort haben Kinder als
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Trappers gearbeitet. Ihre Aufgabe war
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es, den ganzen Tag in absoluter
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Dunkelheit hinter den Belüftungstüren zu
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sitzen und diese zu öffnen, wenn ein
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Kohlewagen kam. Andere Kinder mussten
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schwere Karren durch extrem niedrige
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Tunnel ziehen, in denen ein erwachsener
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Mann nicht stehen konnte. Sie waren oft
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zwölf Stunden am Tag unter der Erde und
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haben das Tageslicht im Winter fast nie
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gesehen. Diese körperliche
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Schwerstarbeit hat das Wachstum der
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Kinder gehemmt und ihre Wirbelsäulen
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dauerhaft verformt. Die Gesellschaft hat
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diese Zustände lange Zeit als normal
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akzeptiert, da man Kinderarbeit aus der
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Landwirtschaft kannte. Doch die
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industrielle Ausbeutung war eine neue
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Dimension der Grausamkeit. Erst in der
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Mitte des 19. Jahrhunderts haben mutige
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Sozialreformer angefangen gegen diese
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Zustände zu kämpfen. Die ersten Factory
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Acts in England haben die Arbeitszeit
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für Kinder schließlich auf 10 Stunden
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begrenzt und ein Mindestalter
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festgelegt. Dennoch hat es Generationen
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gedauert, bis die Schulpflicht die
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Kinderarbeit komplett ersetzt hat. Diese
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Kinder waren die vergessenen Opfer des
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Fortschritts, deren Gesundheit und
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Bildung für den industriellen Erfolg
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Europas geopfert wurden. In der Mitte
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des 19. Jahrhunderts ist aus dem tiefen
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Elend der Fabrikarbeiter ein gewaltiger
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gesellschaftlicher Konflikt entstanden,
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den man die soziale Frage genannt hat.
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Während die Industriellen, die
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Bourgeoisie, einen märchenhaften
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Reichtum angehäuft hatten, vegierte das
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Politariat die Arbeiterklasse in einer
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Hoffnungslosigkeit, die das gesamte
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soziale Gefüge Europas bedrohte. Die
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Kluft zwischen arm und Reich war so groß
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geworden, dass viele Denker und
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Politiker einen blutigen Umsturz
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befürchteten. Die Menschen fragten sich,
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wie kann eine Gesellschaft so viel
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Reichtum produzieren, während die
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Produzenten dieses Reichtums selbst
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verhungern?
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In dieser explosiven Atmosphäre haben
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Intellektuelle wie Karl Marx und
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Friedrich Engels das kommunistische
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Manifest geschrieben. Sie haben das
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kapitalistische System scharf kritisiert
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und behauptet, dass die Geschichte der
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Menschheit eine Geschichte von
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Klassenkämpfen sei. Marx hat die
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Arbeiter dazu aufgerufen, sich weltweit
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zu vereinigen, um die Macht der
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Fabrikbesitzer zu brechen. Diese
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radikalen Ideen haben die Angst der
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Eliten vergrößert, aber sie haben den
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Arbeitern auch zum ersten Mal ein
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politisches Bewusstsein gegeben. Sie
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haben begriffen, dass sie als Einzelne
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schwach, aber als Masse unaufhaltsame
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Macht waren. Doch der Widerstand hat
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nicht nur in Büchern stattgefunden,
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sondern auf der Straße und in den
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Fabriken. Die Arbeiter haben angefangen,
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sich in geheimen Bünden und später in
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Gewerkschaften zu organisieren.
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Streiks anfangs streng verboten waren,
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wurden die ersten Anführer oft verhaftet
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oder ausgewiesen. Trotzdem haben die
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Arbeiter mutig für ihre Rechte gekämpft.
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Sie forderten den 10 Stunden Tag, höhere
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Löhne, den Schutz vor Kündigung und ein
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Verbot der Kinderarbeit. In England
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haben die Chartisten Millionen von
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Unterschriften gesammelt, um das
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Wahlrecht für die Arbeiterklasse zu
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erzwingen, damit sie ihre Interessen im
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Parlament selbst vertreten konnten. Die
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Regierungen haben schließlich
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eingesehen, dass sie handeln mussten, um
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eine Revolution zu verhindern. In
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Deutschland hat Otto von Bismarck unter
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dem Druck der Arbeiterbewegung die
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weltweit ersten Sozialversicherungen
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eingeführt. Krankenversicherungen,
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Unfallversicherungen und später
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Altersrenten sind entstanden, um die
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schlimmste Not zu lindern. Dieser lange
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und oft schmerzhafte Kampf hat das
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Fundament für unseren heutigen
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Sozialstaat gelegt. Die Arbeiter haben
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durch ihre Solidarität bewiesen, dass
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Fortschritt nicht nur aus Maschinen und
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Profit bestehen darf, sondern dass die
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Würde des Menschen und gerechte
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Arbeitsbedingungen das Ziel jeder
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zivilisierten Gesellschaft sein müssen.
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Die industrielle Revolution hat die Welt
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nicht nur verändert, sie hat eine völlig
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neue Zivilisation erschaffen. Alles was
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wir heute als modern bezeichnen, vom
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Smartphone in unserer Tasche bis hin zu
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den Flugzeugen, die Ozeane überqueren,
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hat seinen Ursprung in jener Zeit, als
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die erste Dampfmaschine begonnen hat,
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sich zu drehen. Wir leben heute in einer
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Welt der Massenproduktion, in der Waren
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für fast jeden Menschen verfügbar sind.
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Der allgemeine Lebensstandard ist in den
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letzten 200 Jahren so stark gestiegen,
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wie in den 2000 Jahren zuvor nicht. Die
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moderne Medizin, die Elektrizität und
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die globale Kommunikation wären ohne den
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industriellen Aufbruch des 19.
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Jahrhunderts niemals entstanden. Doch
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dieser gigantische Fortschritt hat einen
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sehr hohen Preis gefordert, den wir erst
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heute in seinem vollen Ausmaß begreifen.
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Die industrielle Revolution war der
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Moment, in dem der Mensch angefangen
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hat, die Ressourcen der Erde in einem
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Tempo zu verbrauchen, dass die Natur
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nicht regenerieren kann. Durch das
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Verbrennen von riesigen Mengen an Kohle,
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Öl und Gas haben wir Milliarden Tonnen
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Kohlendioxid in die Atmosphäre gepustet.
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Die Wissenschaftler haben festgestellt,
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dass der menschengemachte Klimawandel
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genau in jener Zeit begonnen hat, als
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die Schlote in Manchester und im
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Ruhrgebiet zu rauchen anfingen. Unsere
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heutige Abhängigkeit von fossilen
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Brennstoffen ist das schwierigste Erbe
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dieser Epoche. Ein weiteres Erbe ist die
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totale Veränderung unserer Lebensweise.
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Wir haben den natürlichen Rhythmus der
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Natur gegen den Takt der Uhr getauscht.
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Die Urbanisierung hat dazu geführt, dass
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heute mehr Menschen in Stäten als auf
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dem Land leben. Das hat zwar zu mehr
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Bildung und kulturellem Austausch
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geführt, aber auch zu neuen Problemen
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wie Stress, Umweltverschmutzung und der
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Entfremdung von der Natur. Die soziale
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Frage des 19. Jahrhunderts hat sich
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heute zu einer globalen Frage
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entwickelt. Während einige Nationen
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durch die Industrie extrem reich
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geworden sind, leiden andere Teile der
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Welt immer noch unter den Folgen der
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kolonialen Ausbeutung, die damals für
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die Rohstoffe der Fabriken begonnen hat.
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Die industrielle Revolution lehrt uns
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eine wichtige Lektion für die Zukunft.
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Menschlicher Erfindergeist kennt keine
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Grenzen, aber unser Planet besitzt sie.
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Wir stehen heute am Beginn einer grünen
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industriellen Revolution. Wir müssen die
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Energie und die Technik der
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Vergangenheit ersetzen, um die Erde zu
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retten. Wir nutzen immer noch den Mut
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und die Neugier von Erfindern wie James
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Watt, aber heute setzen wir diese Kraft
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für erneuerbare Energien und
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Nachhaltigkeit ein. Die Geschichte der
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Industrie ist nicht zu Ende. Sie geht
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jetzt in eine Phase, in der wir lernen
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müssen, Fortschritt und Natur wieder in
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Einklang zu bringen, damit auch kommende
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Generationen die Früchte des
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menschlichen Geistes genießen können.

