Heutiges Thema ist Ludwig van Beethoven.
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Ludwig van Beethoven ist im Dezember
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1770
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in Bonn geboren. Sein Vater Johann von
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Behoven ist Selbstmusiker am Hof
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gewesen, aber er hat ein großes Problem
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mit Alkohol gehabt. Er hat schon früh
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das außergewöhnliche Talent seines
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Sohnes erkannt und hat beschlossen, aus
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Ludwig ein Wunderkind zu machen. Genau
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wie Wolfgang Amadeus Mozart. Er hat
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gehofft, daß er mit dem Talent seines
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Sohnes viel Geld verdienen kann. Die
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Kindheit von Ludwig ist deshalb sehr
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hart und traurig gewesen. Sein Vater hat
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ihn oft mitten in der Nacht aus dem Bett
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geholt und hat ihn gezwungen,
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stundenlang Klavier zu üben. Wenn Ludwig
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Fehler gemacht hat, hat der Vater ihn
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streng bestraft. Er hat kaum Zeit
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gehabt, mit anderen Kindern zu spielen
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oder eine normale Kindheit zu genießen.
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Trotz dieser Grausamkeit hat Ludwig die
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Musik nicht gehasst, sondern er hat in
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ihr eigene Welt gefunden. Mit nur 7
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Jahren hat Ludwig sein erstes
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öffentliches Konzert in Köln gegeben.
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Sein Vater hat bei diesem Konzert sogar
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über das Alter von Ludwig gelogen und
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hat behauptet, dass er erst 6 Jahre alt
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ist, um ihn noch wunderbarer erscheinen
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zu lassen. Bald hat Ludwig auch
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Unterricht bei besseren Lehrern wie
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Christian Gottlob Nefe erhalten. Nee hat
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nicht nur sein Klavierspiel verbessert,
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sondern hat ihm auch die Philosophie der
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Aufklärung erklärt. Ludwig hat schnell
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verstanden, dass er mehr als nur ein
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zweiter Mozart sein kann. Er hat
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angefangen, seine eigene musikalische
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Stimme zu entwickeln und hat davon
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geträumt, die Welt mit seinen Tönen zu
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verändern. Im Jahr 1787
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hat Ludwig von Behoven zum ersten Mal
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eine große Reise unternommen. Sein Ziel
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ist Wien gewesen, das zu dieser Zeit das
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Zentrum der Musikwelt in Europa gewesen
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ist. Er hat einen großen Traum gehabt.
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Er hat vor Wolfgang Amadeus Mozart
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spielen wollen, um von ihm zu lernen. Es
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gibt eine berühmte Legende über dieses
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Treffen. Man sagt, dass Mozart zuerst
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nicht sehr beeindruckt gewesen ist, aber
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dann hat Behoven am Klavier improvisiert
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und Mozart hat zu seinen Freunden
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gesagt: "Gebt acht auf diesen Jungen, er
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wird einmal in der Welt von sich reden
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machen." Doch diese erste Reise nach
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Wien ist plötzlich zu Ende gewesen.
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Behoven hat eine traurige Nachricht aus
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Bonn erhalten. Seine Mutter ist sehr
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krank geworden. Er ist sofort nach Hause
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gereist, um bei ihr zu sein. Aber sie
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ist kurz der Auf gestorben. Dieser
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Verlust hat ihn tief getroffen, da sie
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die einzige Person in der Familie
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gewesen ist, die ihm Liebe und Wärme
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gegeben hat. Da sein Vater immer mehr
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getrunken hat, hat Ludwig nun die
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Verantwortung für seine jüngeren Brüder
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übernehmen müssen. Er hat f Jahre lang
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in Bonn gearbeitet, um seine Familie
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finanziell zu unterstützen. Im Jahr 1792
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hat er schließlich eine zweite Chance
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bekommen. Er ist dauerhaft nach Wien
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gezogen, kurz nachdem Mozart gestorben
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ist. Er hat angefangen, Unterricht bei
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Joseph Heiden zu nehmen, dem damals
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berühmtesten Komponisten der Welt. Aber
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die Beziehung zwischen dem jungen wilden
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Behoven und dem alten traditionellen
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Heiden ist nicht einfach gewesen.
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Behoven hat Heiden oft zu konservativ
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gefunden und hat heimlich noch bei
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anderen Lehrern wie Antonio Seiler
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studiert. In Wien hat er schnell die
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Aufmerksamkeit der reichen Adligen auf
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sich gezogen. Sie haben sein Talent
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erkannt und sind seine Mezene geworden.
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Das hat bedeutet, dass sie ihm Geld
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gegeben haben, damit er frei komponieren
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kann. Behoven hat sich jedoch nie wie
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ein Diener gefühlt. Er hat sich als ein
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freier Künstler gesehen, der den Fürsten
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und Königen ebenbwirtig ist. Er hat mit
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seinem Selbstbewusstsein und seinem
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revolutionären Stil die Regeln der Musik
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in Wien komplett auf den Kopf gestellt.
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Er hat gewusst, dass eine neue Era der
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Musik begonnen hat und er ist ihr
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Anführer gewesen. In seinen ersten
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Jahren in Wien ist Beeoven nicht nur als
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Komponist, sondern vor allem als ein
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brillanter Pianist bekannt geworden. Zu
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dieser Zeit hat es in den Salons der
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Adligen oft Wettbewerbe zwischen
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verschiedenen Musikern gegeben. Behofen
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ist gegen die besten Pianisten der Stadt
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angetreten und hat sie fast immer
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besiegt. Sein Stil ist jedoch völlig
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anders als der von Mozart oder Heiden
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gewesen. Er hat nicht sanft und elegant
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gespielt, sondern mit einer
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unglaublichen Kraft und Leidenschaft,
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die die Menschen schockiert hat. Man hat
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oft erzählt, dass Beehofen beim Spielen
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so fest auf die Tasten geschlagen hat,
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dass die Seiten des Klaviers gerissen
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sind. Er hat das Klavier nicht nur als
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Instrument benutzt, sondern er hat seine
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ganze Seele und seine tiefsten Emotionen
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in die Töne gelegt. Besonders seine
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Fähigkeit zur Improvisation ist legendär
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gewesen. Jemand hat ihm ein kurzes Thema
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gegeben und Beeoven hat daraus sofort
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ein langes, komplexes und wunderschönes
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Musikstück gemacht. Die Zuhörer haben
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oft geweint oder sind vor Stauen ganz
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still gewesen. Beeofen hat in dieser
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Zeit seine ersten großen Klavierwerke
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veröffentlicht, wie z.B. spielt die
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berühmte Pathetik. In dieser Musik hat
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er gezeigt, dass er die Regeln der
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klassischen Musik erweitern möchte. Er
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hat dunkle dramatische Kontraste
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benutzt, die es vorher in dieser Form
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nicht gegeben hat. Die Verleger haben
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seine Noten sehr gut verkauft und er ist
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schnell zum Star der Wiener Gesellschaft
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geworden. Er hat viele Einladungen zu
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Festen und Konzerten erhalten, aber er
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ist trotzdem immer ein Rebell geblieben.
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Er hat sich geweigert, vor dem Adel den
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Hut abzunehmen oder sich unterwürfig zu
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verhalten. Er hat gewusst, sein Talent
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ist sein wahrer Adelstitel gewesen. Um
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das Jahr 1798
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herum hat Behoven etwas Schreckliches
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bemerkt, dass sein ganzes Leben in einen
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Albtraum verwandelt hat. Zuerst hat er
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nur ein leises Summen und Pfeifen in
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seinen Ohren gehört. Er hat anfangs
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gehofft, dass es nur eine kleine
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Krankheit ist, die bald wieder
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verschwindet. Aber die Geräusche sind
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geblieben und sind immer lauter
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geworden. Er hat gemerkt, daß er die
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hohen Töne von Instrumenten oder die
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Stimmen von Menschen, die weit
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weggestanden haben, nicht mehr richtig
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gehört hat. Für einen normalen Menschen
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ist Taubheit schon schlimm genug, aber
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für einen Musiker wie Behoven ist es die
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absolute Katastrophe gewesen. Er hat
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panische Angst gehabt, dass seine Feinde
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oder die Konkurrenz in Wien davon
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erfahren. Er hat geglaubt, dass man ihn
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als Musiker nicht mehr ernst nehmen
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würde, wenn er nichts mehr hört. Deshalb
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hat er sein Leiden jahrelang wie ein
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dunkles Geheimnis versteckt. Er hat sich
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immer mehr aus der Gesellschaft
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zurückgezogen und hat Einladungen zu
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Festen abgelehnt. Die Leute in Wien
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haben gedacht, dass er arrogant oder
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unhöflich ist, aber in Wahrheit hat er
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einfach nur Angst gehabt, dass er die
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Gespräche nicht versteht.
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Behofen hat viele verschiedene Ärzte
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besucht und hat alles ausprobiert, um
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sein Gehör zu retten. Er hat Tee
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getrunken, hat sich Öle in die Ohren
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geschüttet und hat sogar Kuchen mit
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elektrischem Strom gemacht. Aber nichts
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hat geholfen. Sein Zustand hat sich
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jedes Jahr verschlechtert. Er hat
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angefangen, spezielle Hörrohre aus
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Metall zu benutzen, um wenigstens noch
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ein bisschen Musik zu hören. Doch der
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Schmerz in seiner Seele ist immer größer
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geworden. Er hat sich oft einsam und
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missverstanden gefühlt, während er in
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seinem Kopf weiterhin die schönsten
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Melodien gehört hat, die er aber in der
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realen Welt kaum noch wahrnehmen konnte.
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Dieser Kampf gegen die Stille hat seinen
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Charakter radikal verändert. Er ist noch
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gereizter und misstrauischer gegenüber
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anderen Menschen geworden. Er hat oft
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ganze Tage in tiefer Depression
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verbracht, weil er nicht gewusst hat,
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wie seine Zukunft als Komponist aussehen
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soll. Er hat sich wie ein Gefangener in
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seinem eigenen Körper gefühlt. Doch
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genau in dieser dunklen Zeit hat er
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verstanden, dass er eine Entscheidung
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treffen muß. Entweder er gibt auf und
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stirbt oder er kämpft weiter für seine
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Kunst. Dieser innere Konflikt hat
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schließlich zu einem der bewegendsten
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Dokumente der Musikgeschichte geführt.
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Im Sommer 180 hat Behoven einen Punkt
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erreicht, an dem er nicht mehr
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weitergewusst hat. Auf Anraten seines
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Arztes ist er in das Kleinedorf heiligen
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Stadts bei Wien gezogen. Er hat gehofft,
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dass die Ruhe und die Natur seinem Gehör
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helfen würden. Doch in der Stille des
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Landes hat er erst richtig gemerkt, wie
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taub er wirklich gewesen ist. Er hat
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beobachtet, wie ein Hirte in der Ferne
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geflötet hat, aber er hat absolut nichts
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gehört. Diese Erfahrung hat ihn in eine
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tiefe, dunkle Depression gestürzt. In
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dieser extremen Krise hat er einen Brief
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an seine Brüder geschrieben, den wir
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heute als das Heiligenstäter Testament
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kennen. Er hat darin sein ganzes Leid
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geklagt und hat sogar zugegeben, dass er
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an Selbstmord gedacht hat. Er hat
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beschrieben, wie schwer es für ihn
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gewesen ist, als Musiker zu sagen: "Ich
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bin taub." Er hat sich bei der Welt
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entschuldigt, dass er so unfreundlich
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und zurückgezogen gewirkt hat. In diesem
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Brief hat er sich wie ein Sterbender von
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der Welt verabschiedet. Es ist ein
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herzzerreißendes Dokument voller Schmerz
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und Einsamkeit gewesen. Aber dann ist
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etwas Unglaubliches passiert. Mitten in
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diesem tiefen Schmerz hat Behoven eine
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enorme Kraft in sich gefunden. Er hat
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verstanden, dass er die Welt nicht
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verlassen kann, bevor er all die Musik
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komponiert hat, die er in seinem Kopf
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gefühlt hat. Er hat beschlossen, sein
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Schicksal zu akzeptieren und trotz
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seiner Behinderung weiterzuleben. Er hat
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den Brief niemals abgeschickt, sondern
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hat ihn in einem geheimen Fach in seinem
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Schreibtisch versteckt. Er ist erst nach
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seinem Tod gefunden worden. Dieser
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Moment ist ein Wendepunkt in seinem
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Leben gewesen. Er hat aufgehört, ein
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Opfer seiner Krankheit zu sein und ist
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zu einem Kämpfer geworden. Er hat seine
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Angst in Energie verwandelt. Von diesem
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Tag an hat seine heroische Phase
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begonnen. Er hat angefangen Musik zu
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schreiben, die größer, lauter und
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mutiger gewesen ist, als alles, was man
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bis dahin gekannt hat. Er hat der Welt
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gezeigt, dass der menschliche Geist
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stärker sein kann als der eigene Körper.
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Er hat beschlossen, das Schicksal an die
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Gurgel zu fassen. Nach seiner schweren
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Krise in Heiligenstadt hat Beehofen eine
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musikalische Revolution gestartet. Er
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hat im Jahr 180 an seiner dritten
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Syfonie gearbeitet, die heute als die
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Heroiker, die heroische, Weltberühmt
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ist. Diese Musik ist völlig neu gewesen.
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Sie ist viel länger, lauter und
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emotionaler gewesen als alle Syfonien
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davor. Behoven hat in dieser Zeit ein
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großes Idol gehabt, Napoleon Bonapart.
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Er hat geglaubt, daß Napoleon ein Held
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der Freiheit ist, der die Ideale der
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französischen Revolution nach ganz
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Europa bringt. Deshalb hat er die
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Syfonie ursprünglich für Napoleon
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geschrieben und hat seinen Namen groß
11:05
auf das Titelblatt gesetzt. Doch im Jahr
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1804 ist etwas passiert, das Beeofen
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extrem wütend gemacht hat. Ein Freund
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hat ihm die Nachricht gebracht, dass
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Napoleon sich selbst zum Kaiser der
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Franzosen gekrönt hat. Behoven hat
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daraufhin einen totalen Wutanfall
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bekommen. Er hat geschrienen, ist er
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auch nichts anderes als ein gewöhnlicher
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Mensch? Nun wird er alle Menschenrechte
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mit Füßen treten und nur seine Ambition
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folgen. Er ist zu seinem Schreibtisch
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gelaufen, hat das Titelblatt der
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Synfonie genommen und hat den Namen
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Buanapte so fest mit einem Messer
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durchgestrichen, dass er ein Loch in das
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Papier gerissen hat. Die Synfonie hat
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danach den neuen Namen Symphonia Heroik
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Komposter per Festjare Ils Souvenire. Un
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Grant Urmo heroische Syfonie komponiert
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um das Andenken eines großen Mannes zu
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feiern erhalten. Mit diesem Werk hat
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Behoven die Grenze zur Romantik
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endgültig überschritten. Die Musik hat
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nicht mehr nur zur Unterhaltung gedient,
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sondern sie hat eine Geschichte von
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Kampf, Todg erzählt. Bei der ersten
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Aufführung in Wien sind viele Zuhörer
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schockiert gewesen, weil die Musik so
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kompliziert und gewaltig geklungen hat.
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Aber Beehofen hat das egal gewesen. Er
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hat gewusst, dass er ein Meisterwerk
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geschaffen hat, dass die Musikgeschichte
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für immer verändern wird. Obwohl Behoven
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in seiner Musik so viel Leidenschaft und
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Liebe gezeigt hat, ist sein Privatleben
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oft sehr einsam gewesen. Er hat niemals
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geheiratet und hat keine eigene Familie
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gegründet. Doch das hat nicht bedeutet,
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dass er keine Gefühle für Frauen gehabt
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hat. Ganz im Gegenteil. Er ist oft
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verliebt gewesen, meistens in Frauen aus
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dem Adel. Aber diese Liebe ist fast
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immer unmöglich gewesen, weil Behofen
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aus einer bürgerlichen Familie gekommen
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ist und die strengen Regeln der
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damaligen Gesellschaft eine Hochzeit
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zwischen einem Musiker und einer Adligen
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verboten haben. Nach seinem Tod im Jahr
13:00
1827
13:02
haben seine Freunde ein geheimes Fach in
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seinem Schreibtisch geöffnet. Dort haben
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sie neben dem Heiligen Städter Testament
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noch ein zweites sehr emotionales
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Dokument gefunden. Einen Brief an die
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unsterbliche Geliebte. Behoven hat
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diesen Brief im Juli 1812 in Tablets
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geschrieben. In diesem Text hat er mit
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einer unglaublichen Zärtlichkeit und
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Sehnsucht über seine Liebe gesprochen.
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Er hat Sätze geschrieben wie: "Mein
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Engel, mein Alles, mein Ich und ewig
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dein, ewig mein, ewig uns." Man hat
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sofort gemerkt, dass dieser Brief an
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eine Frau gerichtet gewesen ist, die er
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wirklich über alles geliebt hat. Das
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große Geheimnis ist jedoch gewesen, auf
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dem Brief hat kein Name gestanden.
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Behoven hat ihn niemals abgeschickt oder
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er hat ihn zurückerhalten. Historiker
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haben über 100 Jahre lang gerätselt, wer
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diese Frau gewesen ist. Viele haben
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geglaubt, dass es Josephine Brunzwig
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gewesen ist, eine Klavierschülerin, der
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er viele Jahre lang Liebesbriefe
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geschickt hat. Andere haben an Antonie
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Brentano gedacht, eine enge Freundin aus
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Frankfurt. Da Behoven den Namen niemals
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verraten hat, ist dieses Rätsel bis
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heute eines der größten Geheimnisse der
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Musikgeschichte geblieben. Diese
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unerfüllte Liebe hat Behoven oft sehr
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traurig gemacht. Er hat sich nach einem
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normalen Leben gesehnt, aber seine
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Taubheit und sein schwieriger Charakter
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haben es ihm fast unmöglich gemacht,
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eine dauerhafte Beziehung zu führen. Er
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ist oft unordentlich gewesen, hat laut
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gesungen, während er durch die Straßen
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gelaufen ist und hat seine Meinung immer
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direkt gesagt, was viele Menschen
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abgeschreckt hat. Er hat schließlich
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akzeptiert, dass seine einzige wahre
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Partnerin die Musik ist. Er hat all
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seinen Schmerz und seine Sehnsucht in
14:48
Werke wie an die ferne Geliebte oder
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seine Mondscheinsonate gelegt. So hat er
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seine privaten Tränen in ewige Kunst
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verwandelt, die heute noch Millionen von
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Menschen berührt. In seinen letzten
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Lebensjahren ist Behoven fast komplett
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taub gewesen. Er hat die Stimmen seiner
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Freunde nicht mehr hören können und hat
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bei Konzerten das Orchester nicht mehr
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wahrgenommen. Das ist für die Menschen
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in Wien unvorstellbar gewesen. hat ein
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Mann, der nichts hört, weiterhin Musik
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schreiben können. Aber Behofen hat eine
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unglaubliche Lösung gefunden. Er hat
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angefangen, Konversationshefte zu
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benutzen. Wenn jemand mit ihm sprechen
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hat wollen, hat die Person die Frage in
15:29
ein Heft schreiben müssen und Behoven
15:31
hat dann laut geantwortet.
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Obwohl er die äußere Welt nicht mehr
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gehört hat, ist die Musik in seinem Kopf
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lauter und klarer als jemals zuvor
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gewesen. Er hat ein absolut perfektes
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inneres Gehör gehabt. Er hat gewusst,
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wie jede Note und jedes Instrument
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klingt, ohne sie physisch zu hören. Er
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hat sich oft stundenlang in sein Zimmer
15:53
eingeschlossen oder ist durch die Wälder
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bei Wien gelaufen, während er Melodien
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in seine Skizzenbücher gezeichnet hat.
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In dieser Zeit der totalen Isolation hat
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er seine radikalsten und schwierigsten
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Werke komponiert, wie z.B. die späten
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Streichquartette oder die monumentale
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Misser Solemnes. Viele Menschen haben
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damals geglaubt, dass Behoven verrückt
16:14
geworden ist, weil seine späte Musik so
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kompliziert und modern geklungen hat.
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Die Musiker haben sich oft beschwert,
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dass seine Stücke unmöglich zu spielen
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sind. Aber Behoven hat darauf nur
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geantwortet: "Glauben Sie, dass ich an
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Ihre elenden Geigen denke, wenn der
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Geist zu mir spricht? Er hat nicht mehr
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für sein Publikum oder für seine Zeit
16:34
geschrieben, sondern für die Ewigkeit.
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Er hat die Grenzen der Harmonie und der
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Form so weit gesprengt, dass die
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Musikwelt erst Jahrzehnte später
16:43
wirklich verstanden hat, was er in
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seiner stillen Welt geschaffen hat.
16:47
Seine Wohnung ist in dieser Zeit oft ein
16:50
Chaos gewesen. Überall haben
16:52
Notenblätter auf dem Boden gelegen. Das
16:54
Klavier ist verstimmt gewesen und er hat
16:56
oft vergessen zu essen oder sich zu
16:58
waschen. Aber mitten in diesem Chaos hat
17:00
er an seiner größten Vision gearbeitet,
17:03
der neunten Synfonie. Er hat die Stille
17:06
um ihn herum genutzt, um eine neue
17:08
Sprache der Menschlichkeit zu finden. Er
17:10
hat bewiesen, dass ein Künstler keine
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Ohren braucht, um die Wahrheit des
17:14
Lebens in Töne zu verwandeln. Er ist in
17:17
seiner Einsamkeit zu einem Gott der
17:19
Musik geworden, der über den physischen
17:21
Schmerz hinausgewachsen ist. Am 7. Mai
17:25
1824
17:26
hat in Wien eines der bedeutendsten
17:29
Konzerte aller Zeiten stattgefunden.
17:32
Behoven hat an diesem Abend seine neunte
17:34
Synfonie zum ersten Mal dem Publikum
17:37
präsentiert. Es ist ein revolutionäres
17:40
Werk gewesen, weil Behoven etwas getan
17:42
hat, das vorher kein Komponist in einer
17:45
Synfonie gewagt hat.
17:47
Er hat im letzten Teil menschliche
17:48
Stimmen und einen großen Chor benutzt.
17:51
Er hat das Gedicht an die Freude von
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Friedrich Schiller vertont, um eine
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Botschaft von Frieden und globaler
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Brüderlichkeit an die ganze Welt zu
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senden.
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Obwohl er fast völlig taub gewesen ist,
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hat Behoven an diesem Abend auf der
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Bühne gestanden. Er hat neben dem
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offiziellen Dirigenten gesessen und hat
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versucht, das Tempo der Musik anzugeben.
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Er hat wild mit den Armen gefuchtelt und
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hat in seinen Gedanken jede einzelne
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Note mitverfolgt. Doch in der Realität
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ist das Orchester schon viel weiter
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gewesen als er. Er hat die Musik nicht
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mehr gehört. Er hat sie nur noch in
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seinem Körper vibrieren gefühlt.
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Als die Musik zu Ende gewesen ist, ist
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im Theater ein gigantischer Jubel
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ausgebrochen. Die Menschen haben
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geschrienen, haben mit den Hüten
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geworfen und haben wie verrückt
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geklatscht. Aber Behoven hat davon
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nichts bemerkt. Er hat immer noch mit
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dem Rücken zum Publikum gestanden und
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hat in seinen Noten gelesen. Erst als
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die Sängerin Caroline Unger ihn
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vorsichtig an der Schulter genommen und
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zum Publikum umgedreht hat, hat er
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gesehen, was passiert ist. Er hat die
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tausenden Menschen gesehen, die
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aufgestanden sind und ihm zugejubelt
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haben. In diesem Moment hat er
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verstanden, dass er die Herzen der
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Menschen trotz seiner Stille erreicht
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hat.
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Dieses Werk ist sein größtes Geschenk an
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die Menschheit geworden. Das Thema der
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Ode an die Freude ist heute die
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offizielle Hymne von Europa und ein
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Symbol für die Freiheit. Behoven hat mit
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der neunten Syfonie bewiesen, dass Kunst
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alle Grenzen überwinden kann. Die
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Grenzen der Sprache, der Nationalität
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und sogar die Grenzen der eigenen
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körperlichen Behinderung. Er hat aus
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seinem persönlichen Leiden einen
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universellen Triumph gemacht. Im März
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hat sich der Gesundheitszustand von
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Ludwig van Behoven dramatisch
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verschlechtert. Er hat schwere Probleme
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mit seiner Leber gehabt und hat mehrere
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Operationen überstehen müssen. Doch sein
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Körper ist am Ende seiner Kraft gewesen.
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Er hat viele Wochen im Bett verbracht,
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aber selbst in dieser Zeit hat er noch
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versucht neue Musik zu planen. Er hat
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bis zum Schluss seinen Humor nicht
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verloren und hat über seine Ärzte
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gescherzt, obwohl er gewusst hat, dass
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er bald sterben wird. Am 26. März
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ist schließlich der Moment des Abschieds
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gekommen. Die Legende besagt, dass an
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diesem Nachmittag ein schweres Gewitter
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über Wien getobt hat. Mitten in einem
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hellen Blitz und einem lauten
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Donnerschlag hat Beehofen seine Augen
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noch einmal ganz weit geöffnet, hat
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seine Faust gegen den Himmel gehoben und
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ist dann friedlich eingeschlafen. Es ist
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ein Ende gewesen, das perfekt zu seinem
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stürmischen und heroischen Leben gepasst
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hat. Er ist im Alter von nur Jahren
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gestorben. Drei Tage später hat sein
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Begräbnis stattgefunden und es ist eines
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der größten Ereignisse gewesen, die Wien
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jemals gesehen hat. Über 20.000 Menschen
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sind gekommen, um dem General der
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Musiker die letzte Ehre zu erweisen. Die
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Schulen sind geschlossen gewesen und
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sogar das Militär hat den Weg bewacht.
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Der berühmte Dichter Franz Grillpzer hat
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eine Grabrede gehalten und hat gesagt,
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daß Behofen ein Mensch gewesen ist, der
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sich von der Welt zurückgezogen hat, um
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ihr alles zu geben. Ludwig von Behoven
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hat die Musikgeschichte radikal
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verändert und hat den Weg für die
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Romantik geebnet. Er hat gezeigt, daß
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Musik nicht nur Dekoration ist, sondern
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ein Ausdruck von Freiheit, Kampf und
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menschlicher Würde. Sein Name ist heute
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auf der ganzen Welt ein Symbol für Genie
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und unbändigen Willen. Er hat die totale
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Stille besiegt und hat uns Klänge
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geschenkt, die für immer bleiben werden.
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Er ist nicht mehr nur ein Komponist
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gewesen, sondern er ist zu einem Mythos
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geworden, der auch nach 200 Jahren noch
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die Herzen von Millionen Menschen
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berührt.
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