Heutiges Thema ist Che Guevara.
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0:04
Ernesto Gevara de La Serna ist 14. Juni
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1928
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in Rosario Argentinien geboren. Er ist
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das älteste von fünf Kindern einer
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wohlhabenden Familie gewesen, die
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arratische Wurzeln, aber sehr liberale
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und politisch linke Ansichten gehabt
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hat. Schon in seinen ersten Lebensjahren
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ist etwas passiert, das seinen Charakter
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für immer geprägt hat. Er hat seinen
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ersten schweren Asthmaanfall erlitten.
0:33
Diese Krankheit ist ein ständiger
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Begleiter in seinem Leben gewesen und
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hat ihn oft an die Grenze des Todes
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gebracht. Seine Eltern sind wegen seines
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Gesundheitszustands in das trockene
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Klima von Alter Grasia gezogen. Dort hat
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Ernesto gelernt, dass er Disziplin
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braucht, um zu überleben. Er hat nicht
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akzeptiert, dass sein Körper schwach
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ist. Er hat intensiv Sport getrieben,
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ist geschwommen und hat sogar Rugby
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gespielt. Ein sehr harter Sport. Wenn er
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auf dem Spielfeld keine Luft mehr
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bekommen hat, ist er an den Rand
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gegangen, hat sein Inhalationsgerät
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benutzt und ist sofort wieder in das
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Spiel zurückgekehrt.
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Dieser enorme Willen, körperliche
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Schwäche durch mentale Stärke zu
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besiegen, ist später ein zentraler Teil
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seiner revolutionären Identität
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geworden. Aber Ernesto ist nicht nur ein
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Athlet gewesen. Weil er wegen seiner
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Krankheit oft im Bett liegen musste, hat
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er angefangen, extrem viel zu lesen. Er
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hat die riesige Bibliothek seiner Eltern
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genutzt und hat alles verschlungen, von
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französischer Literatur wie Viktor Hügo
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bis hin zu philosophischen Texten von
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Marx und Engels. Er ist ein sehr
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intelligenter und nachdenklicher Junge
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gewesen, der sich schon früh für die
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sozialen Unterschiede in Argentinien
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interessiert hat. Er hat gesehen, daß
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seine Familie privilegiert gewesen ist,
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während viele Menschen in seiner
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Umgebung in Armut gelebt haben. Ernesto
2:01
hat in dieser Zeit eine tiefe Empathie
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für die Schwachen entwickelt. Er hat
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sich nicht für Geld oder Status
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interessiert, sondern für die
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menschliche Existenz. Nach seinem
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Schulabschluss hat er sich deshalb
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entschieden, Medizin zu studieren. Er
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hat den Wunsch gehabt, Arzt zu werden,
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um das Leid der Menschen direkt zu
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heilen. Er hat nicht geahnt, dass er
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bald eine Reise antreten würde, die ihm
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gezeigt hat, dass man gegen manche
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Krankheiten nicht mit Medizin, sondern
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nur mit einer sozialen Revolution
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kämpfen kann. Im Jahr 1947
2:34
hat Ernesto Gevara sein Medizinstudium
2:37
an der Universität von Buenos Aires
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begonnen. Er ist ein extrem schneller
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und effizienter Student gewesen. Er hat
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es geschafft, Prüfungen in Rekordzeit
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abzulegen, obwohl er gleichzeitig in
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einer Klinik gearbeitet und intensiv
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Sport getrieben hat. Er hat sich
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besonders für die Forschung
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interessiert, vor allem für die
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Allergologie und die Dermatologie.
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Da er selbst unter Asthma gelitten hat,
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hat er eine tiefe wissenschaftliche
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Neugier für Krankheiten entwickelt, die
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den menschlichen Körper einschränken.
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Während seines Studiums hat Ernesto
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jedoch gemerkt, dass die Medizin in den
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Lehrbüchern oft nichts mit der Realität
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der armen Bevölkerung zu tun gehabt hat.
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Er hat in Krankenhäusern gearbeitet, in
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denen die Menschen nicht nur an Viren
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gestorben sind, sondern an Hunger und
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schlechten Lebensbedingungen.
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Er hat viele Nächte damit verbracht,
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medizinische Fachzeitschriften zu lesen,
3:33
aber er hat auch angefangen, seine
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eigenen Gedanken in Tagebüchern
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festzuhalten.
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Er ist kein typischer Student gewesen,
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der nur an eine Karriere und Geld
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gedacht hat. Sein Fokus ist immer auf
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dem menschlichen Leid gelegen. Ein
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entscheidender Moment in dieser Phase
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ist seine Arbeit in einem Labor für
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Lebraforschung gewesen. Er hat sich
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intensiv mit der sozialen
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Stigmatisierung von Lebrakranken
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aussätzigen beschäftigt. Er hat
4:01
verstanden, dass diese Menschen nicht
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nur Medikamente gebraucht haben, sondern
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vor allem Würde und Integration in die
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Gesellschaft. Diese Erfahrung hat seine
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humanistische Weltsicht radikalisiert.
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Er hat angefangen zu glauben, dass ein
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Arzt nicht nur den Körper eines
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Individuums heilen muss, sondern die
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gesamte Struktur einer
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Krankengesellschaft.
4:22
Trotz seiner akademischen Erfolge hat
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Ernesto eine große innere Unruhe
4:27
verspürt. Er hat das Gefühl gehabt, dass
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er die Welt mit eigenen Augen sehen
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muss, bevor er sich in einer Praxis
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niederlässt. Er hat sein Studium
4:36
mehrmals unterbrochen, um kleinere
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Reisen durch den Norden Argentiniens zu
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machen. Dort hat er die indigene
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Bevölkerung und die extreme Armut in den
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ländlichen Regionen kennengelernt. Diese
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kurzen Ausflüge sind jedoch nur der
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Vorgeschmack auf das gewesen, was im
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Jahr 1952
4:54
folgen sollte. Die große Reise durch den
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gesamten Kontinent, die sein Leben und
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die Geschichte Lateinamerikas für immer
5:02
verändert hat. Im Januar 195 hat Ernesto
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Guevara sein Studium vorübergehend
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pausiert, um gemeinsam mit seinem Freund
5:10
Alberto Granado eine wahrkalsige Heise
5:13
anzutreten.
5:15
Ihr Transportmittel ist eine alte
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unzuverlässige Norden 500 gewesen, die
5:20
sie ironischerweise Lapoderossa, die
5:22
mächtige genannt haben. Ihr Ziel ist es
5:25
gewesen, den gesamten südamerikanischen
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Kontinent zu durchqueren, von
5:29
Argentinien über Chile und Peru bis nach
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Kolumbien und Venezuela.
5:35
Was als ein abenteuerlicher Roadtrip
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begonnen hat, ist jedoch sehr schnell zu
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einer tiefgreifenden politischen und
5:42
menschlichen Transformation geworden.
5:45
Die Reise ist von extremen Entbehrungen
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geprägt gewesen. Das Motorrad ist
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ständig kaputt gegangen und sie haben
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oft unter freiem Himmel schlafen oder um
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Essen bitten müssen. In Chile hat
5:56
Ernesto die Kupfermiene von Chukiikamata
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besucht. Dort ist er schockiert gewesen,
6:01
als er gesehen hat, wie die Bergarbeiter
6:03
unter menschenunwürdigen Bedingungen für
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ausländische Firmen geschuftet haben. Er
6:08
hat dort zum ersten Mal begriffen, dass
6:10
der Reichtum der großen Konzerne auf der
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Ausbeutung der armen Bevölkerung basiert
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hat. Er hat diesen Schmerz tief in
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seinem Herzen gespürt und hat
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angefangen, die Welt durch die Linse des
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Klassenkampfes zu betrachten. Ein
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weiterer entscheidender Aufenthalt ist
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das Lebraentrum von San Pablo in Peru
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gewesen. Anstatt sich vor den Kranken zu
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fürchten, hat er Nesto ohne Handschuhe
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mit ihnen gearbeitet, mit ihnen Fußball
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gespielt und mit ihnen gegessen. Er hat
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die soziale Isolation dieser Menschen
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abgelehnt und hat verstanden, dass
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Lateinamerika nicht aus verschiedenen
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Nationen besteht, sondern eine einzige
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große mystizische Rasse ist, die durch
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koloniale Grenzen künstlich getrennt
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worden ist. Er hat in seinem Tagebuch
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notiert, dass er sich nun nicht mehr als
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Individuum, sondern als Teil eines
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größeren Ganzen gefühlt hat. Als Ernesto
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am Ende der Reise in Venezuela
7:05
angekommen ist, ist er nicht mehr
7:06
derselbe Mensch gewesen, der Monate
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zuvor in Argentinien losgefahren war. Er
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hat die unendliche Schönheit des
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Kontinents gesehen, aber auch die
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hässliche Fratze des Hungers, der
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Krankheit und der Unterdrückung. Er hat
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erkannt, dass seine medizinische Hilfe
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nur ein Tropfen auf dem heißen Stein
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gewesen ist. Er ist zu der Überzeugung
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gelangt, dass man das System nicht
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reformieren kann, sondern daß man es
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komplett zerstören muss. Er ist nach
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Argentinien zurückgekehrt, um sein
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Studium schnell abzuschließen, aber sein
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Geist ist bereits auf den
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Schlachtfeldern der Zukunft gewesen.
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Nachdem Ernesto im Jahr 1953
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sein Medizinstudium erfolgreich
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abgeschlossen hat, ist er erneut auf
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Reisen gegangen. Sein Weg hat ihn nach
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Guatemala geführt, das zu dieser Zeit
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das Zentrum der politischen Hoffnung in
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Lateinamerika gewesen ist. Der
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demokratisch gewählte Präsident Jakobo
8:01
Arbens hat dort versucht, eine radikale
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Landreform durchzuführen, um das Land
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der armen Bauern von den großen
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US-amerikanischen Konzernen wie der
8:12
United Fruit Company zurückzugeben.
8:15
Ernesto ist von dieser sozialen
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Gerechtigkeit begeistert gewesen und hat
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sich entschieden in Guatemala zu
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bleiben, um den Prozess als Arzt zu
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unterstützen.
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In Guatemala Stadt hat Ernesto viele
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linke Intellektuelle und Exilanten aus
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ganz Lateinamerika kennengelernt. Dort
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hat er auch seine erste Frau, die
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peruanische Ökonomin Hilda Gadea
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getroffen. Sie ist eine überzeugte
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Marxistin gewesen und hat ihn tiefer in
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die politische Theorie eingeführt. Doch
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der Traum von einem gerechten Guatemala
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ist sehr schnell zerstört worden. Die
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US-Regierung hat die Landreform als
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kommunistische Bedrohung interpretiert
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und hat durch die CIA eine Invasion und
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einen Militärputsch organisiert. Ernesto
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hat sich freiwillig gemeldet, um für die
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Regierung Arbens zu kämpfen. Aber das
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Militär hat das Volk nicht bewaffnet und
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die Regierung ist schließlich gestürzt
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worden. Dieser Putsch ist für Ernesto
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eine traumatische Erfahrung gewesen. Er
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hat mit eigenen Augen gesehen, wie eine
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demokratische Hoffnung durch
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militärische Gewalt und ausländische
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Intervention vernichtet worden ist. Er
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hat verstanden, dass der Imperialismus
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niemals freiwillig Macht abgeben würde.
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Während dieser chaotischen Zeit hat er
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in der argentinischen Botschaft Zuflucht
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suchen müssen, um nicht verhaftet oder
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getötet zu werden. In seinen Briefen aus
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dieser Zeit hat er angefangen, sich
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selbst als einen Mann zu sehen, der
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bereit ist, sein Leben für den Kampf
9:50
gegen die Unterdrückung zu opfern.
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Guatemala ist gewesen, an dem der Arzt
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Ernesto Gevara endgültig gestorben ist
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und der Soldat in ihm geboren wurde. Er
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hat die Flucht nach Mexiko antreten
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müssen, erfüllt von Zorn und
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Entschlossenheit. Er hat in Guatemala
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gelernt, daß man eine Revolution nicht
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nur mit Worten und Medikamenten, sondern
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mit Waffen verteidigen muss. In Mexico
10:17
Stadt ist er dann auf eine Gruppe von
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kubanischen Exilanten getroffen, die
10:21
genau diesen bewaffneten Kampf geplant
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haben. Dort hat er zum ersten Mal den
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Namen eines Mannes gehört, der sein
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Schicksal für immer besiegeln sollte,
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Fidel Castro. Nach seiner Flucht aus
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Guatemala ist Ernesto im Jahr 195 in
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Mexico Stadt angekommen. Er hat dort als
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Fotograf und Arzt gearbeitet, um zu
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überleben. Aber sein Kopf ist noch immer
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voller revolutionärer Ideen gewesen.
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Durch seine Frau Hilda hat er Kontakt zu
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einer Gruppe kubanischer Exilanten
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bekommen, die gegen den Diktator
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Fulgenzio Batista kämpfen wollten. In
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einer Nacht im Juli 1955
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ist er schließlich Fidel Castro
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vorgestellt worden. Die beiden Männer
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haben die ganze Nacht hindurch
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diskutiert über Politik, Philosophie und
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die Befreiung Lateinamerikas.
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Fidell ist von Ernestos Intelligenz und
11:15
seiner Entschlossenheit sofort
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beeindruckt gewesen. Ernesto wiederum
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hat in Fidell den charismatischen
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Anführer gefunden, den er gesucht hat.
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Am Ende dieses Gesprächs hat Ernesto
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sich dazu bereit erklärt, sich der
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Bewegung des 26. Juli anzuschließen.
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Sein offizieller Posten ist der des
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Expeditionsarztes gewesen. In dieser
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Zeit hat er von den Kubanern auch seinen
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berühmten Spitznamen bekommen, C. Da
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Ernesto das typisch argentinische
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Füllwort in fast jedem Satz benutzt hat,
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haben ihn die Kubaner einfach so
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genannt. Er hat diesen Namen mit Stolz
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akzeptiert, da er seine neue Identität
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als Revolutionär symbolisiert hat. Die
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Vorbereitungen in Mexiko sind extrem
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hart gewesen. Die Gruppe hat unter der
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Leitung eines spanischen
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Bürgerkriegsveteranen ein intensives
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militärisches Training in den Bergen
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absolviert. Che hat trotz seiner
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schweren Asthmaanfälle niemals
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aufgegeben. Er hat gelernt, wie man
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schießt, wie man sich im Dschungel
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bewegt und wie man Gerill Taktiken
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anwendet. Die mexikanische Polizei hat
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die Gruppe mehrmals verhaftet, aber
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Fidell hat es geschafft, sie immer
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wieder freiubekommen. Che hat während
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dieser Zeit in seinem Tagebuch notiert,
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dass er nun bereit sei für eine gerechte
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Sache zu sterben. Im November 1956
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ist es schließlich soweit gewesen. 82
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Männer sind an Bord der kleinen, völlig
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überladenen Yach Grandma gestiegen. Das
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Schiff ist eigentlich nur für zölf
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Personen gebaut worden und ist bei
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stürmischer See fast gesunken. Viele
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Männer sind seekrank geworden und Share
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hat als Arzt versucht ihnen zu helfen,
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während er selbst kaum atmen konnte.
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Diese Reise ist kein gewöhnlicher
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Aufbruch gewesen, sondern ein
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Himmelfahrtskommando.
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Sie haben gewusst, dass die kubanische
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Armee sie an der Küste erwarten würde,
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aber ihr Wille, die Tyrannei zu beenden,
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ist stärker als die Angst vor dem Tod
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gewesen. Die Landung Granmar an der
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kubanischen Küste im Dezember 1956
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ist ein absolutes Disaster gewesen. Das
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Chef ist in einem Sumpf stecken
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geblieben und die Männer sind sofort von
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Battistas Armee angegriffen worden. Von
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den 82 Revolutionären haben nur etwa 12
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bis 20 überlebt. In diesem Chaos ist ein
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Moment passiert, den Che später als den
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entscheidenden Augenblick seines Lebens
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beschrieben hat. Er hat vor sich eine
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Tasche mit medizinischen Vorräten und
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eine Kiste mit Munition gesehen. Da er
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nicht beides tragen konnte, hat er sich
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für die Munition entschieden. In diesem
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Augenblick ist der Arzt symbolisch
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gestorben und der Krieger ist geboren
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worden. Die Überlebenden haben sich in
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die unzugänglichen Berge der Sierra
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Maestra zurückgezogen. Die ersten Monate
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sind von Hunger, Kälte und schrecklichen
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Asthmaanfällen geprägt gewesen. Aber C
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hat eine unglaubliche Disziplin an den
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Tag gelegt. Er ist nicht nur als Kämpfer
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aufgefallen, sondern auch als Lehrer. Er
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hat den Analphabeten unter den Bauern
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das Lesen und Schreiben beigebracht und
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hat gleichzeitig kleine Kliniken im
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Dschungel eingerichtet. Er hat
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verstanden, dass man das Vertrauen der
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Landbevölkerung gewinnen muss, um eine
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Revolution erfolgreich zu führen. Wegen
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seiner taktischen Klugheit und seiner
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furchtlosen Art ist Je von Fidel Castro
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sehr schnell befördert worden. Im Juli
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1957
14:40
ist er zum ersten Kommandante einer
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zweiten Kolonne ernannt worden. Che ist
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als Anführer sehr streng und fordernd
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gewesen. Er hat von seinen Männern
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dieselbe Opferbereitschaft verlangt, die
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er selbst gezeigt hat. Wer die Gruppe
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verraten hat, ist von ihm gnadenlos
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bestraft worden. Gleichzeitig hat er
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aber sein letztes Stück Brot mit seinen
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Soldaten geteilt. Sein Ruf als eiserner
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Kommandant hat sich in ganz Kuba
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verbreitet.
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Der Höhepunkt seiner militärischen
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Karriere in Cuba ist die Schlacht von
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Santa Clara im Dezember 1958 gewesen.
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Mit einer kleinen Gruppe von Kämpfern
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hat er einen gepanzerten Zug der
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Regierungsarmee überfallen, der voller
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Waffen und Munition gewesen ist. Dieser
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strategische Geniereich hat das Rückgrad
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des Diktators Batista gebrochen. Nur
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wenige Tage später, am 1. Januar 1959
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ist Batista geflohen. Tschegewarer und
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seine Truppen sind als Helden in Havan
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eingezogen. Die Revolution hat gesiegt,
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aber für Che hat die eigentliche Arbeit
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für das neue Cuba erst jetzt richtig
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begonnen. Nach dem Sieg der Revolution
15:49
im Jahr 1959
15:51
hat Cheegevara eine zentrale Rolle in
15:54
der neuen Regierung eingenommen. Er ist
15:56
zwar kein gebürtiger Kubaner gewesen,
15:59
hat aber aufgrund seiner Verdienste die
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kubanische Staatsbürgerschaft erhalten.
16:03
Fidel Castro hat ihm enorme
16:05
Verantwortung übertragen. C ist zuerst
16:08
zum Leiter der Abteilung für Industrie
16:11
und später zum Präsidenten der
16:12
Nationalbank sowie zum Industrieminister
16:15
ernannt worden. Es ist ein ironisches
16:17
Bild gewesen. Der Mann, der den
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Kapitalismus gehasst hat, hat nun seine
16:22
Unterschrift auf die neuen kubanischen
16:24
Geldscheine gesetzt, jedoch nur mit
16:26
seinem Spitznamen C.
16:29
In seiner neuen Funktion hat Che
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versucht, die kubanische Wirtschaft
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radikal zu transformieren. Er hat die
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Verstaatlichung von US-amerikanischen
16:37
Firmen und großen Plantagen
16:39
vorangetrieben, um die Abhängigkeit vom
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Ausland zu beenden. Er ist ein radikaler
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Gegner des materiellen Anreizes gewesen.
16:47
Er hat geglaubt, dass die Arbeiter nicht
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für Geld, sondern aus moralischer
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Überzeugung für das Wohl der
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Gesellschaft arbeiten sollten. Um mit
16:54
gutem Beispiel voranzugehen, hat er oft
16:57
an seinen freien Sonntagen Freiwilligen
16:59
Arbeit geleistet. Er hat auf den
17:01
Zuckerrohrfeldern gearbeitet oder beim
17:03
Bau von Schulen geholfen, um die Distanz
17:05
zwischen Elite und Volk zu verringern.
17:08
Doch C ist nicht nur im Innland aktiv
17:10
gewesen, er ist zum wichtigsten
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Botschafter der kubanischen Revolution
17:14
auf der Weltbühne geworden. Er hat
17:16
zahlreiche Reisen unternommen und hat
17:18
Länder wie die Sowjetunion, China,
17:21
Ägypten und Indien besucht. Im Jahr 1964
17:25
hat er eine legendäre Rede vor den
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Vereinten Nationen UN in New York
17:30
gehalten. In dieser Rede hat er den
17:32
Imperialismus scharf kritisiert und hat
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die Solidarität der dritten Welt
17:37
gefordert. Er ist zu einer globalen
17:39
Ikone für alle unterdrückten Völker
17:41
geworden, die nach Unabhängigkeit
17:43
gesucht haben. Trotz seiner Macht ist
17:46
Che in dieser Zeit zunehmend unzufrieden
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geworden. Er hat die wachsende
17:50
Bürokratie innerhalb des Staates und die
17:53
starke Abhängigkeit Kubas von der
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Sowjetunion kritisiert. Er hat das
17:57
Gefühl gehabt, dass er als Minister in
17:59
einem Büro gefangen ist, während in
18:01
anderen Teilen der Welt Menschen noch
18:03
immer unterdrückung leiden. Sein
18:05
revolutionärer Geist hat ihn dazu
18:07
gedrängt, seine komfortable Position
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aufzugeben. Er hat sich entschieden,
18:12
alles hinter sich zu lassen. Seine
18:14
Macht, seine Ämter und sogar seine
18:16
Familie, um den bewaffneten Kampf zurück
18:19
in den Dschungel zu tragen. In seiner
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Zeit als Minister hat Cegevara eine
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Theorie entwickelt, die als Elombre
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Nuevo, der neue Mensch bekannt geworden
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ist. Er hat argumentiert, dass ein
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sozialistisches System niemals
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funktionieren würde, wenn die Menschen
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weiterhin egoistisch und gierig bleiben.
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Er hat geglaubt, dass man den Menschen
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durch Erziehung und harte Arbeit
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transformieren muss. In seinen Schriften
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hat er betont, dass wahre Revolutionäre
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nicht durch Geld, sondern durch die
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Liebe zur Menschheit und durch ein
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tiefes Pflichtgefühl motiviert sein
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sollten. Er hat diesen hohen moralischen
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Standard zuerst von sich selbst verlangt
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und ist dadurch für viele zum Vorbild,
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für andere jedoch zu einem
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unerbittlichen Fanatiker geworden. Doch
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während er über diese Ideale geschrieben
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hat, hat sich im Jahr 1965
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etwas in seinem Leben radikal verändert.
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Er ist plötzlich aus der Öffentlichkeit
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verschwunden. Monatelang hat die Welt
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gerätselt: "Wo ist Che? Es hat Gerüchte
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gegeben, daß er sich mit Fidel Castro
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zerstritten hat oder daß er krank ist.
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Die Wahrheit ist jedoch gewesen, dass
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Che das Gefühl gehabt hat, seine Aufgabe
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in Cuba sei erfüllt. Er hat einen
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berühmten Abschiedsbrief an Fidel
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geschrieben. In diesem Brief hat er
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erklärt, dass andere Nationen der Welt
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seine bescheidene Hilfe brauchen und
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dass er auf alle seine offiziellen
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Ämter, seine Staatsbürgerschaft und
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seinen Rang als Kommandant verzichtet.
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Sein erster geheimer Weg hat ihn nach
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Afrika geführt, genauer gesagt in den
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Kongo. Er hat dort versucht, eine
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revolutionäre Bewegung gegen die
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prowestliche Regierung zu unterstützen,
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aber diese Mission ist ein kompletter
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Misserfolg gewesen. C ist frustriert
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gewesen, weil die lokalen Kämpfer nicht
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seine Disziplin geteilt haben und weil
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das Klima und die Krankheiten seine
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Truppen geschwächt haben. Er hat
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einsehen müssen, dass man eine
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Revolution nicht einfach von außen
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importieren kann. Nach mehreren Monaten
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im Untergrund ist er enttäuscht nach
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Europa und schließlich heimlich zurück
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nach Kuba gereist, um seinen nächsten
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und letzten Plan vorzubereiten.
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Dieser Moment des Abschieds von Kuba ist
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sehr schmerzhaft gewesen, besonders für
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seine zweite Frau Alleida March und
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seine Kinder. Er hat gewusst, dass er
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sie wahrscheinlich nie wiedersehen
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würde. Er hat sich verkleidet, hat
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seinen Bart rasiert und hat sich einen
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falschen Pass besorgt, um unerkundet zu
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bleiben. Sein Ziel ist nun Bolivien
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gewesen. Er hat gehofft, dort einen
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zentralen Fokus für eine
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südamerikanische Revolution zu schaffen,
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die sich wie ein Lauffeuer über den
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ganzen Kontinent ausbreiten sollte. Er
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ist bereit gewesen, alles zu opfern,
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nicht für Ruhm, sondern für seine
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unerschütterliche Vision einer
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gerechteren Welt. Im November 1966
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istegivara unter falschem Namen und
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verkleidet als karlköpfiger
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Geschäftsmann in Bolivien angekommen. Er
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hat sich in die unwegsame Region am Rio
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Grande zurückgezogen, um dort eine Basis
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für seine nationale Befreiungsarmee ELN
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aufzubauen.
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Sein Plan ist es gewesen, einen
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Brennpunkt Foko zu schaffen, der die
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Bauern mobilisieren und schließlich die
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gesamte Militärdiktatur stürzen sollte.
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Doch von Anfang an ist dieses
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Unternehmen unter einem schlechten Stern
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gestanden.
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Anders als in Cuba ist es C in Bolivien
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nicht gelungen, die Unterstützung der
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lokalen Bevölkerung zu gewinnen. Die
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Bauern in der Region sind misstrauisch
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gegenüber den fremden Kämpfern gewesen
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und haben oft mit der Armee kooperiert.
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Zudem hat die Kommunistische Partei
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Boliviens ihm die Unterstützung
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verweigert, was seine Gruppe politisch
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isoliert hat.
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Die physischen Bedingungen sind
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ebenfalls brutal gewesen. Che hat wieder
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unter extremen Asthmaanfällen gelitten
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und hat kaum noch Medikamente gehabt.
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Die Gruppe ist monatlich kleiner
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geworden, da Hunger, Krankheiten und
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erste Gefechte mit der bolivianischen
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Armee viele Opfer gefordert haben. Was C
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zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst hat,
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er hat nicht nur gegen die bolivianische
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Armee gekämpft. Die CIA ist ihm bereits
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auf der Spur gewesen. Die USA haben
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Spezialisten geschickt, um die
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bolivianischen Rangerinheiten gezielt
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für den Kampf gegen Gerilla Taktiken
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auszubilden.
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Che ist in die Enge getrieben worden.
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Seine Gruppe ist in den Schluchten der
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Anten gefangen gewesen, ohne Funkkontakt
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nach Kuba und ohne Nachschub an Waffen
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oder Nahrung. Trotz dieser ausweglosen
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Lage hat er niemals an eine Kapitulation
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gedacht. Er hat bis zum Ende an seine
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ideologische Mission geglaubt. Am 8.
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Oktober 1967
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ist es schließlich zur entscheidenden
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Katastrophe gekommen. In der Schlucht
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von Quebrada Del Juro ist Chees kleine
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Einheit von hunderten Soldaten
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eingekesselt worden. Nach einem heftigen
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Feuergefecht ist erwundet und seine
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Waffe unbrauchbar gemacht worden. Als
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die Soldaten ihn festgenommen haben, hat
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er laut Berichten gesagt: "Schießen Sie
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nicht. Ich bin Cheegevara und ich bin
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für sie lebend wertvoller als tot. Er
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ist in das kleine Dorf Lah Higguera
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gebracht und in einer einfachen Schule
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gefangen gehalten worden. Dort hat er
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seinen letzten Abend verbracht, wissend,
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dass das Urteil über sein Leben bereits
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an einem anderen Ort gefällt worden war.
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Nach seiner Gefangenname am 8. Oktober
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1967
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ist Cheegevara in die baufällige Schule
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des Dorfes Lahigera gebracht worden. Er
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hat die Nacht auf dem Boden verbracht,
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verwundet und erschöpft, aber dennoch
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ungebrochen im Geist. Am nächsten Morgen
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ist die Entscheidung über sein Schicksal
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gefallen. Die bolivianische Regierung
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hat in Absprache mit der CIA den Befehl
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zur sofortigen Exekution gegeben. Man
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hat Angst gehabt, dass ein öffentlicher
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Prozess weltweit Sympathien für ihn
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wecken könnte.
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Ein junger Unteroffizier namens Mario
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Teran ist ausgewählt worden, um das
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Urteil zu vollstrecken.
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Als der Soldat den Raum betreten hat,
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hat Che angeblich seine letzten Worte
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gesprochen. Beruhigen Sie sich und
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zielen Sie gut. Sie werden nur einen
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Mann töten. Mit diesen Worten ist er am
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9. Oktober 1967 hingerichtet worden. Um
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seinen Tod zu beweisen, ist sein
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Leichnam mit einem Hubschrauber nach
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Walegrande transportiert worden. Dort
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haben ihn Fotografen in einer Waschküche
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abgelichtet. Diese Bilder, auf denen er
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mit offenen Augen und einem friedlichen
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Gesichtsausdruck zu sehen ist, haben
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viele Menschen an christliche Ikonen
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erinnert. Sein Körper ist anschließend
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an einem geheimen Ort unter einer
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Landebahn begraben worden, damit sein
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Grab niemals zu einem Wallfahrtsort für
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Revolutionäre werden konnte. Doch die
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Strategie der Regierung ist gescheitert.
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Der Tod von Schegevara hat ihn nicht
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vernichtet, sondern ihn in einen
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Meertürer verandelt. Besonders das
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Portrait Geriero Heroiko, das Alberto
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Corda Jahre zuvor aufgenommen hatte, ist
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nach seinem Tod zum meist gedruckten
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Bild der Weltgeschichte geworden. Es ist
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auf Flaggen, T-Shirts und Postern
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gelandet und ist zum universellen Symbol
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für Rebellion, Widerstand und Idealismus
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geworden. Für die einen ist er ein Held
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gewesen, der sein Leben für die Armen
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geopfert hat. Für die anderen ist er ein
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gnadenloser Ideologe gewesen, der Gewalt
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als Mittel zur Macht akzeptiert hat.
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Erst im Jahr 1997
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sind seine sterblichen Überreste in
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Bolivien gefunden und nach Kuba
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überführt worden. Dort hat man ihm in
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Santa Clara ein riesiges Mausoleum
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errichtet. Sein Erbe bleibt jedoch
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widersprüchlich und lebendig. Che hat
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uns gezeigt, dass ein einzelner Wille
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die Weltordnung herausfordern kann. Ob
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man seine Methoden liebt oder ablehnt,
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er hat bewiesen, dass Ideen länger leben
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können als Menschen. Er ist als Ernesto
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Gevara gestorben, aber als Cche ist er
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in das kollektive Gedächtnis der
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Menschheit eingegangen, wo er bis heute
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als Mahnm gegen soziale Ungerechtigkeit
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weiterlebt.

